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sonstige

Genre: sonstige

  1. Lehrbuch des Räubers

    Vorwort Dieses Buch widme ich all jenen, die von den geizigen Pfeffersäcken und den brutalen Wachsoldaten tagtäglich geächtet, unterdrückt und gedemütigt werden! Diese Fibel des Räubers soll jenen helfen, die von der breiten Bürgerschaft ausgestoßen und verpönt werden. Jene, die keine...
  2. Angemacht

    Ich fand sie wirklich süß. Sie hatte lange braune Locken, volle Lippen und sie trug eine lässige blaue Mütze, die schief aufsaß. Alles Dinge, die mir signalisierten, dass die in Frage stehende Person weder eine graue Maus noch eine eingebildete Spießertussi war. Sie stand am Rande der...
  3. Personal pro Nomina

    Es war einmal. Es ist nur einmal. Einmal wurde es. Denn es gibt es auch nur einmal. So wie es einmal eben auch nur einmal gab. Es ist angestellt bei Personalpronomina. Dort herrscht ziemliches Chaos. Sie ging mit ihr und wir waren mit uns schon per du. Ich war es, der das eingefädelt hatte. Ach...
  4. Das Leben liebt sie nicht

    „Wer bist du?”, fragte sie ihr Spiegelbild. Eine blasse, magere Gestalt blickte ihr entgegen. Die langen, dunklen Haare umrahmten das knochige Gesicht und sie trug ein dünnes, schwarzes Sommerkleid. In ihrem Blick lag soviel Schmerz. Sie wischte die Tränen weg, die in ihren Augenwinkeln...
  5. Großvaters Konversationsratschläge

    Einige weitschweifige Ausführungen, die sich anfangs um Empfehlungen meines Großvaters in Sachen Konversation drehen, dann aber eine überraschende Wendung erfahren Wir befanden uns in dem alten Wohnzimmer meines Großvaters und verbrachten die Zeit mit Plauderei. Wir lachten viel und nahmen...
  6. Blindgänger

    „Gibt es diese Monster wirklich?“ „Ja, es gibt sie. Sie lauern in den kleinen, dunklen Ecken deines Lebens, sie verstecken sich, damit du sie nicht sofort siehst. Aber wenn der richtige Augenblick gekommen ist, dann springen sie aus ihrem Versteck hervor und schnappen mit ihren spitzen Zähnen...
  7. Geschichtenerzähler

    „Ich möchte noch eine Geschichte hören bevor ich einschlafe. Ließt du mir noch eine vor, Papa?...Bitte!“ „Also gut, aber bloß eine, danach ist Schluss. Es ist schon spät und deine Mutter wird sonst sauer, wenn du noch so lange auf bleibst.“ Er nimmt sich das Buch von der Kommode neben der Tür...
  8. Verlangen

    Nun versuche ich es schon seit vielen Monaten. Immer noch nicht habe ich das, wonach ich mich sehne, genau im Blick. Und der fixiert nun zuallermeist den Bildschirm meines Notebooks. Diesen Weg zu nehmen, erschien mir Anfangs überaus vielversprechend, vor allem aus eigentlich praktischen...
  9. Mea

    „Breite deine Arme aus, lass dich nicht fallen in das Tal der Toten, halte fest am Grat der Hoffnung, am dünnen Band auf dem du gehst, und wende deine Augen nie vom“-„Chjachjaa! Du hast doch keine Flügel. Falle, falle in das Tal der Toten, schau vorwärts, ins dunkle Nichts. Wo ist da Hoffnung...
  10. Jagdzeit

    Jagdzeit. Reißzeit. Fleischzeit. Wir jagten. Durch den lichten Wald. Die Beute vor uns in Sichtweite. Noch trieben wir sie nur vor uns her. Wir machten sie müde. Uns auch. Noch war ein deutlicher Abstand zwischen ihr und uns. Wir waren zu dritt. Mein Herz schlug rasch aber nicht zu rasch...
  11. Sie

    Robert saß zusammengekauert in einer Ecke des schwach beleuchteten Schlafzimmers. Seine Arme umklammerten die angewinkelten Beine und das Kinn stützte er auf seinen Knien auf. Sein ganzer Körper schien wie gelähmt und in dieser Position gefangen. Ein immer wiederkehrender Schmerz breitete sich...
  12. Herr R.

    Herr R. trug schwarz. Wie immer. Langsam und unter ohrenbetäubendem Quietschen wurde der Sarg in das Grab gesenkt. Die Menschen standen da, schweigsam, den Blick nach unten, in Trauer. Nur ein Mann in der allerletzten Reihe sah ungerührt zu, wie der Sarg eingelassen wurde. Herr R. Herr R. trug...
  13. Ein Sommer noch

    Nein. So machte das keinen Spaß - das mit dem Leben. Sie hatte schon so oft versucht das zu ändern. Es bunter zu machen, damit endlich der Frühling kommen konnte. Aber es hatte nie funktioniert. Es blieb Winter in ihrer schwarz-weißen Welt. Sie saß in ihrer leeren Badewanne, die Beine angezogen...
  14. Der rote Seeigel

    * * * Seeigel sind keine Stachelschweine. Sie suchen keine Nähe. Das Einzige, was sie tun, ist am Grunde des Ozeans zu leben und dort zu verharren, bis sie eines Tages sterben und ein anderer Meeresbewohner sich ihre Hülle zur neuen Behausung macht. Schuhwerk Der kleine Pfad, der sich...
  15. Der ekelhafte Frei

    Der ekelhafte Frei „Gib mir das Mädchen“, forderte Hans-Jakob Frei und lachte niederträchtig. Er besaß das südliche Landgut, welches ein riesiges Anwesen war. „Hab ich einen Erben mit ihr gezeugt, sind deine Schulden vergessen, Eckbert!“ Frei wirkte wie ein Wildschwein: Ein fetter Bauch, ein...
  16. Sex in the City

    Mir ist es zu laut hier. Mein Herz bummert mit der Basslinie. Die Boxen stehen schwarz und arrogant neben der Bühne, als könnten sie Herzen zerspringen lassen wie die Stimme Gottes. Und ich bin nicht mal mit der Sängerin zusammen, sondern nur mit der Bassistin. Die Sängerin ist ein Derwisch...
  17. Die Höhle

    Es wurde langsam dunkel. Die Sonne senkte sich hinter die Bäume und in unserer Zuflucht kamen die Schatten aus ihrem Versteck. Etwa zwei Meter unter unserer Zuflucht grollte, knurrte und bellte es hin und wieder, und ich spähte hinunter. Die Hunde saßen noch immer auf ihrem Wachposten...
  18. 4 1/2 Minuten

    Ich weiß, John McLean wird gleich kommen und er wird mir den Schmerz nehmen, wie er es all die 9 Jahre zuvor gemacht hat. Wenn er kommt wird alles gut und wenn er geht, werde ich wissen, ob es für mich weitergeht. Es hat eine drückende Hitze an diesem Junitag, ich liege am Rücken und blicke in...
  19. Prolog (Nächtlicher Ausflug)

    Timmy Nolin war sechs Jahre alt, als er den ersten nächtlichen Ausflug seines Lebens machte. Es war Freitagnacht, Timmys Eltern schliefen bereits, er konnte jedoch nicht schlafen. Timmy lag in seinem Bett mit seinem Teddy unter dem Arm und starrte an die Decke. Er beschloss aufzustehen und sein...
  20. Paparazzi

    Schon wieder Blut im Waschbecken. Scheiße. Egal. Weitermachen. Kotzen. Wie lange geht das jetzt schon? Jahre, was sind das? Zeit? Was ist das? Die Zeit vom letzten großen Erfolg bis heute? Welcher große Erfolg überhaupt? Ich taste in der Dunkelheit meiner Handtasche nach meiner Hauptbeschützerin...
  21. Die Klinge

    Die Klinge Als er in den Zug stieg und ein Abteil nach dem Anderen durchquerte, sah er einen Jungen, den er gleich wieder erkannte. Seine roten Haare und die blasse Haut, hätte er auch nach Hundert Jahren nicht vergessen. Der Junge lehnte mit dem Kopf an der Scheibe und die orangefarbenen...

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