Was ist neu

sonstige

Genre: sonstige

  1. Heimweg

    „Die Keenger mösse jetz no hus gohn. Et es schon ärsch spät, on drusse wöddet schon langsam düster.“ Mit diesem Befehl der Bäuerin wurde unser >Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel< jäh unterbrochen. Im Kampf um die Positionen hatten wir doch glatt die Zeit vergessen. Etwas widerwillig räumten wir...
  2. Herr Physik.

    In der Ferne hört man leise eine Turmuhr zum zwölften Mal schlagen. Die fast vollständige Klasse rutscht nervös auf ihren Sitzen herum. Plötzlich stürmt ein Mitschüler in den Klassenraum und schreit: „ER KOMMT!“ Das Licht geht an und die Tür wird zugeschmissen. Mit einem lauten Krachen donnert...
  3. Stefan.

    Man sitzt zufällig in der Mensa an einem Tisch. Durch eine gewöhnliche Frage nach der Uhrzeit kommt man ins Gespräch. Wen hat man vor sich? Einen durchschnittlichen jungen Mann von etwa 20 Jahren, groß, stundentenlike gekleidet, aber nett aussehend. Die Haare wirken etwas dünn.. Eine Tendenz...
  4. Mein Vater

    Manche sagen, mein Vater sei schon immer seltsam gewesen. Schon als Kind. Er habe so eine Art gehabt, einen anzuschauen, sagen sie. Aus diesem hageren Gesicht, mit den dünnen, weizenblonden Haaren. Er hätte etwas an sich gehabt, was nicht in die damalige Zeit gepasst hätte. Etwas Altes. Einmal...
  5. Schlechter Mensch?

    Ich bin kein schlechter Mensch. Ich selbst halte mich für rechtschaffen und habe eine leise Ahnung, dass Vater Staat in diesem Punkt mit mir einer Meinung ist. Ich trenne meinen Müll, parke nur an erlaubten Plätzen und bringe die ausgeliehenen Bücher rechtzeitig in die Bibliothek zurück...
  6. Zirkus

    Es ist der erste Schultag nach den Winterferien. Die Schüler sitzen schon ihrem Klassenraum, als der Mathematiklehrer reinkommt. Gegenseitig wünschen sie sich ein frohes neues Jahr und der Erwachsene erkundigt sich bei den Schülern nach den Ereignissen der Ferien. Katja sitzt hinten mit einem...
  7. Tagebuch

    23. Dezember 2003 Jenny, komm zu mir, bitte. Morgen ist Weihnachten. Verdammt. Wahrscheinlich bekomm ich ein paar Bücher und Filme, dazu noch Schokolade und eine Packung dummes Geschwätz von meiner Oma. Immer die selbe Scheiße. Jedes Jahr, außer letztes. Ich weiß noch, was ich von ihr bekommen...
  8. Unglück

    Bereits seit zwei Tagen kann er nichts mehr essen. Nun liegt er im Bett, hellwach. Viel geschlafen hatte er diese Nacht nicht, denn er musste die ganze Zeit an sie denken. Er schaut auf den Wecker und richtet sich auf. Heute ist es nun soweit, der große Tag, heute wird er sie Treffen. Nach all...
  9. Lösungen

    Er schaute durch das Fenster hinauf zum Himmel. Wolken waren aufgezogen, am Morgen war noch alles klar, doch nun war der Himmel dicht mit dunklen Wolken behangen. Früher hätte es ihn gestört, doch nun konnte er sich damit abfinden. Man kann vieles ändern, das Wetter jedoch nicht, dachte er...
  10. Eden

    Die Straße liegt einsam und verlassen in der kleinen Stadt. Das Wetter ist trübe, die Wolken hängen tief. Häuser säumen den Straßenrand. Es sind Einfamilienhäuser, sauber und gepflegt. Am Ende steht ein besonderes Haus. Es ist nicht größer als die anderen, im Gegenteil: Es wirkt klein und...
  11. Abschied

    Es klingelt an der Tür. Gut gelaunt springe ich vom Sofa auf. Ich öffne und vor mir stehst du. Sofort wenden sich meine Mundwinkel dem Boden zu. Ich hatte gedacht, du hättest es endlich eingesehen. Immerhin hast du mich die letzten Wochen in Ruhe gelassen. 'Was willst du denn?' raune ich dich...
  12. Mit Melzers am Pazifik

    Mit Melzers am Pazifik Sie fuhren zu viert im Mietwagen den Highway 101 entlang, vorbei an endlosen Wäldern, in denen ab und zu wie Zahnlücken ein paar abgerodete Stellen auftauchten. Gelegentlich sah man einige Häuser, die klein und kümmerlich wie Spielzeug auf den Feldern herumlagen. “Wie die...
  13. Sie haben's geschafft (2)

    Ich stehe vor dem Schultor, will nicht hineingehen, ich könnte einfach gehen, abhauen, diesen Teil meines Lebens zurücklassen, weg von ihnen. Ich fasse meinen letzten Mut und mache mich, zögernd, auf den Weg in meine Klasse. Sie warten schon auf mich, ihr schelmisches Grinsen lässt mich meine...
  14. Mysteriöses hinter schmutziger Scheibe

    Die Straßenlampe flackerte, so als wollte sie vor etwas warnen. Das fünfstöckige Haus, schon mehr als hundert Jahre alt, zartgrün gestrichen, war der Ausgangspunkt eines seltsamen Geschehens. Ein kleiner Garten, grasbewachsen, mit einer viele Meter hohen Tanne bepflanzt, der wie Schutz suchend...
  15. Wenn sich Nebel auf den See legt

    Ein Lichtstrahl dringt durch den dichten Nebel. Zuerst schwach, dann immer stärker. Er kommt weiter auf dich zu, bis er dich fast völlig mit seinem gelblichen Schein umhüllt. Alles vergeht sehr langsam, wie in einer Zeitlupe, denn auch der Himmel kann warten um mit aller Macht seine Stärke zu...
  16. Ein abgefuckter Tropfen

    Mein Kopf schmerzt. Scheiße. Diese gottverdammte Migräne. Einfach Höllisch. Zuviel Alkohol, zu wenig Schlaf. Zu wenig Kaffee, zu viel Schmerzmittel. Eine böse Mischung. Mein Hirn droht mit der Explosion und mein Magen tanzt dazu. Diese Scheißkopfschmerzen. Und dennoch sitze ich im Zug. Auf dem...
  17. Angstlos

    „Nachdem er die Angst erfuhr, hatte er nurmehr Angst vor der Angst.“ (Hans Arndt) Es gibt Menschen, die haben Flugangst. Andere können sich nicht in engen Räumen aufhalten oder Zimmern ohne Fenster. Es gibt sogenannte phobische Ängste, die sich in Panik vor Menschenmengen oder öffentlichen...
  18. Schuldgefühle

    Sie stand am Bahnhof, lässig an einer Mauer gelehnt. Ich stand vor ihr und nahm sie in den Arm. „Ich muss jetzt los…“ „Ja...“, antwortete sie. Wir küssten uns kurz. Dann ging ich und dachte nur daran, schon wieder meine Freundin betrogen zu haben. „Dabei weiß das Mädchen nicht einmal, dass ich...
  19. Ist Liebe denn flüssig?

    Blaue Augen sehen mich an, ich sehe sie an, und es wird mir warm ums Herz. Dieser Moment dauert mehrere 'S', und ich merke, wie ich erröte. Doch diese Augen verschwinden plötzlich hinter krampfend zusammengekniffenen Lidern. »G-Ge-K-----Ke'gut-!--ten Tag, i-'-'-'' - i- i- ich hätte g- i-...
  20. Asche

    „Wieso geht’s nicht weiter?“ fragte der Junge. Er saß auf dem Rücksitz des Mercedes und umklammerte seinen Rucksack. Luca Lamberti war zierlicher als andere Achtjährige, doch seine vor Angst ausgedünnte Stimme, ließ ihn in diesem Moment noch zerbrechlicher wirken als sonst. „Ich hab’ keine...
  21. Mozart

    Als ich klein war, hatte ich einen Freund, Mozart. Wir waren unzertrennlich, teilten unsere Kleidung, Mittagessen, einfach alles. Klingt bis hierhin ganz schön, aber die Sache hatte einen Haken: Nur ich konnte ihn sehen. Diese Tatsache machte es ihm schwer von anderen, insbesondere von meinen...

Neue Texte

Neue Kommentare

Zurück
Anfang Bottom