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sonstige

Genre: sonstige

  1. Ein Licht im ewigen Dunkel

    Ein Licht im ewigen Dunkel Warm schien die frühe Frühlingssonne auf ihr weichmütiges Gesicht, das sie dem Himmel entgegen streckte. Schatten kamen und gingen, vom Wind dirigiert, der die Äste der Bäume tanzen lies. Wenige Sommersprossen umspielten sanft ihre kleine Nase und sie hatte ihre...
  2. Ugaga, Ulele, Udooo

    -UUUOOOhhhh- grölt Ulele zu Udooo. Er will seinen Gefährten dazu bringen, ihm zu folgen. -UUUUÖÖÖöööhh- antwortet Udooo. Mürrig erhebt er sich vom Schlaf. Als er jedoch von seinem blattlosen Baum klettern will, rutscht seine Hand auf der nassen Rinde ab. - OOOOrrkch! - stöhnt er und rappelt sich...
  3. Die Augen der Betrachter

    * Seit zwei Wochen habe ich Angst, Baden zu gehen. In einer Reportage im Fernsehen haben sie etwas über eine spezielle Art von Amazonasfischen berichtet, welche sich einem unachtsamen Badenden in die Harnröhre schieben und sich dort mit Widerhaken festsetzen. Das erste Problem ist, dass...
  4. Sandelholzduft

    Als Tobias die Augen aufschlug, fühlte er sich gerädert. Ein Hammerschlag gegen seine Schläfen - kurz darauf noch einer und noch einer. Im Zweivierteltakt tanzte der Hammer auf seinem Kopf. Er konnte sich nicht dagegen wehren, die Schläge wurden nicht weniger. Angst ergriff ihn - ruckartig...
  5. Unter einem Himmel, über den es nicht viel zu sagen gibt

    Gestern sah ich einen Baum. Er stand einfach da. Bewegte sich nicht. Ich bleib stehen und beobachtete ihn. Der Boden war gelb. Und unglaublich eben. Wirklich sehr eben. Über den Himmel kann man nicht viel sagen, außer dass er da war. Ich hatte den Eindruck, dass er sich wölbte. Genau über mir...
  6. 3 Blickwinkel

    Und dann fing es an, zu regnen. Ich spürte sie, die kleinen Regentropfen, die verstohlen mit kleinen Insektenfüßchen auf meinem Gesicht herumtappten. Über mir die Sonne, recht unbeeindruckt von der Tatsache, dass es wohl gleich richtig losschütten sollte, und so fast höhnisch auf mich herab...
  7. Der Schrei

    Sie läuft mit gezogener Waffe, so schnell sie ihre Füße tragen, quer über die Lichtung. Immer ihr Ziel vor Auge beachtet sie die, im Boden vor und hinter ihr, einschlagenden Kugeln nicht. Immer größer werden ihre Schritte, immer schneller nähert sie sich dem großen Felsen am Ende. Er soll ihr...
  8. Richard und Kate

    Meine Schritte kommen mir lautlos vor, als ich das Zimmer verlasse, obwohl ich mir keine besondere Mühe gebe, leise zu sein. Ich weiß, dass man ein halbes Orchester braucht, um Kate aus ihrer Traumwelt zu holen. Ihr Gesicht sieht schmerzverzerrt aus, sie wälzt sich von einer Seite auf die...
  9. Glück gehabt

    Glück gehabt Wie viele Geschichten beginnt auch diese an einem wunderschönen, sonnigen Morgen. Die Vöglein zwitschern. Alles ist noch ruhig. Irgendein Mann liegt friedlich in seinem Bett und schläft den Schlaf der Gerechten. Er träumt gerade von einem prachtvollen schwarzem Hengst. Da weckt ihn...
  10. Stein um Stein

    Der Tag erhebt sich glänzend aus dem kleinen See vor der Haustür und malt seine Sonnenstrahlen an einen leuchtend blauen Himmel. Birkenblätter bedecken die Treppe, ein dichter, grüner Teppich, der die Schritte dämpft und mit Frühlingsduft füllt. Der Sturm ist vorbei. Deine Brust hebt und senkt...
  11. Heimat ist kein Ort

    Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Einfach frei sprechen, haben Sie gesagt? Wissen Sie, das wird nicht leicht. Normalerweise spreche ich nie über mich selbst. Auch mit meinen Freundinnen nicht. Wir reden nur über so allgemeine Themen, wie etwa: „Welchen Film hast du im Kino gesehen?“ Oder...
  12. Kurz vor dem Verblassen

    Wenn ich im Bilde drin bin, ist mir nicht bewusst, was ich tue. - Jackson Pollock Es gibt gute Tage und es gibt schlechte Tage. An guten Tagen ist jeder Pinselstrich ein Ausdruck meines Lebensgefühls. Erst durch die Berührung von Pinsel auf Leinwand spüre ich mich selbst. Es ist eine...
  13. Virtual Reality

    Wie lange sitze ich hier eigentlich schon? Mein Magen knurrt und ab und zu verspüre ich einen leichten Schmerz. Ich kann es noch ignorieren. Noch brauche ich nicht essen. Wasser füllt den Magen ebenso gut und ich habe vielleicht eine Stunde mehr Zeit. Ich wende mich wieder meinem Computermonitor...
  14. Traumsequenz

    Traumsequenz Zacharias saß vor seinem Haus auf der alten Bank und schaute den Vögeln und Insekten zu. Viele Stunden saß er so da, bis die Frische des Abends ihn in sein Haus gehen ließ. Dort setzte er sich auf sein Sofa und sah in die Nacht hinaus. Fledermäuse huschten vorbei und der alte Mann...
  15. Danach

    Ich weiß nicht, wie ich mich fühle. Früher einmal hab ich es gewusst. Als ich ein Kind war, wurde ein Nachbar ermordet. Die Erkenntnis, dass es tatsächlich Menschen in meiner unmittelbaren Nähe gab, die anderen so etwas antun konnten, veränderte etwas in mir. Bei einer In-Vitro-Befruchtung...
  16. Blau und Weiß

    Intro Verschlafen schiebt sich ein rostiger Zug in den Bahnhof des Fischerdorfes. Auf dem ausgeblichenen himmelblauen Anstrich prangen bunte Schriftzüge aus Graffiti. Die alten Bremsen zerschneiden die schwere Sommerluft mit einem schrillen Quietschen. Einige der anwesenden Leute, die müde über...
  17. Holler die Waldfee

    Holler war unglücklich. Er war nicht das, was man sich im Allgemeinen so vorstellt, wenn man an eine Fee denkt. Sein Drei-Tage-Bart war schon fast fünf Tage alt, und seine buschigen braunen Augenbrauen passten auch nicht zu seinem Job. Holler schwebte nur selten durch den Wald, und wenn, dann...
  18. Das Café La Paix

    Das Café La Paix befindet sich in einer Ruhephase. Es dümpelt vor sich hin wie ein Segler in der Flaute. Er versucht, den Vergleich zu rechtfertigen. Was verbindet das Café mit dem Segler? Beide warten. Das Café auf Kundschaft und der Segler auf Wind. Die schwarz befrackten und weiß behemdeten...
  19. Railway & gun

    Railway & Gun Tom und Hank waren auf dem Zug aufgesprungen, der von zwei Diesellokomotiven gezogen wurde. Sie wollten weg, weg aus dem Alltag. Sie hatten alles stehen und liegen gelassen und waren losgelaufen. Dort wo der Zug langsam fuhr, hatten sie ihre Rucksäcke in den offenen Waggon...
  20. Anonyme Erinnerungen

    Gestern saßen wir noch dort und die heiße Sonne spiegelte sich in den dunklen Scheiben vorbeifahrender Autos. Fettiger Dampf stieg in unseren Nasen empor, als wir durch das kleine, rückwärtige Fenster in die Küche schauten und auf einem Stück Brot kauten, stechendes Wasser tranken und – ich...
  21. Der Arzt und der Mörder

    Es lebte einmal ein Arzt, der jede gute Tat bis auf Eine getan hatte. Und diese eine gute Tat zu unterlassen, war seine einzige Sünde. Dieser Arzt wurde für all seine guten Taten in seinem Leben belohnt, und wird für seine einzige Sünde nach seinem Tod für die Ewigkeit bestraft. Und es lebte...

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