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sonstige

Genre: sonstige

  1. Der Feind

    „Hey, Hallo! Ich würde gerne sterben kommen!“ Das Fenster in dem Büro war geschlossen und so war die folgende Stille zwischen zwei Menschen ganz dumpf. Der Mann hinter dem Schreibtisch sah Tim Büchner entsetzt an, besann sich aber schnell wieder und versuchte gefasst zu wirken. „Na gut, dann...
  2. Alles in Butter oder ‚anstelle von’

    Alles in Butter oder ‚anstelle von’ Burkhard, dieser Junge, der sich den Hunger wegduscht, hat nur einen Gedanken: Alles muss in Butter sein, alles muss schwelgen, tropfen, alles rühren, matschen. Tische, Wälder, U-Bahn-Tunnel; – Häuser! Laken, Uhren, Treppen; die Stunden tranen in die Tage...
  3. Vision Impossible

    Es war wieder Weihnachtszeit. In der gesamten Stadt lag ein Geruch von süßlichem Zimt und Glühwein in der Luft, herzlos ausgeschenkt von findigen Saisonarbeiterinnen. An allen Stellen des Marktes gab es kleine Geschäftsbuden, deren Besitzer versuchten ihre Waren an den Mann zu bringen. Mir war...
  4. Das Richtige

    Es war draußen bereits dunkel, als Merle das Gebäude betrat. Sobald sie den Vorderraum verlassen hatte und in das Hauptgebäude kam, schlug ihr die warme, stickige Luft unangenehm entgegen, so dass sie sich wieder nach der kühlen frischen Luft des Abends sehnte. Lautes Stimmengewirr erfüllte die...
  5. Venezianische Schönheit

    Venezianische Schönheit Er liebte diese abendlichen Spaziergänge, begleitet vom Mondlicht, entlang der kleinen Kanäle, die ihn über unzählige Brücken führten. Er flanierte über die Piazza di St. Marco, die vom imposanten Dogenpalast umsäumt war und verweilte wie so oft für einen kurzen Moment...
  6. Herbstzauber

    Ich lernte sie im Herbst kennen. Die Blätter fielen von den Bäumen, in verschiedensten Farbtönen, und kehrten so einen roten Teppich für den divenhaften Winter zusammen. Sie war in Herbstfarben gekleidet, mit einem weichen Petticoat, der ihren Rock wie eine kleine Wolke aussehen ließ, die einsam...
  7. Schmerz Trilogie

    I: Abschied Und da schwand sie hin... nichts als eine Erinnerung blieb an sie, für immer ausgelöscht war der Rest. Ihr Körper war vergangen und damit all die glücklichen Augenblicke zu zweit... nichts als eine Erinnerung blieb. Ihr Geist jedoch lebte weiter in uns, nichts als eine Erinnerung die...
  8. Der Junge, der Kennedy erschoss

    Mein Vater starb, als ich sieben Jahre alt war. Die Sioux haben ihn erwischt, ein Pfeil in den Rücken. Sioux sind feige und von vorne hätten sie ihn nie gekriegt. Er war schnell. Meine Mutter sagte zu mir, er sei jetzt an einem besseren Ort und dass ich auf meinem Fahrrad nur noch vor dem Haus...
  9. Horror vacui

    Sie beide schlafen; eine Szene perfekter Harmonie. Ich stehe schweigend im Türrahmen und betrachte sie für fünf oder zehn Minuten – Zeit spielt keine Rolle mehr dieser Tage. Sie birgt keine Variablen, sondern ist monotone Konstante; was zählen noch Uhrzeiten. Einzig die Helligkeit wechselt, und...
  10. Kellertür

    Sie schloss auf und ließ die schwarze, prall gefüllte Sporttasche zu Boden sinken. Sie ging zwei Schritte vor und sank auf das breite Motelbett. Rollte sich auf den Rücken, breitete die Arme aus und bewegte sie auf dem angenehm rauen Leinentuch auf und ab wie Flügel. »Es ist herrlich!«, rief...
  11. Brückenbauer

    Marie bohrt ihre Fersen in die Flanken des Pferdes und setzt zum Sprung an, über den Felsen. Luft festigt sich. Kurt. Er fliegt ihr entgegen, ohne Gleitschirm. Lockend ruft er: "Komm!" Marie fällt. Piepsen gellt in ihren Ohren. Wecker, geht nicht aus. Metallenes Klicken, Luftzug, hastige...
  12. Lasst mich einfach hier zurück

    Der wohl dämlichste Satz, der jemals in einem Film gesprochen wurde. Ihn zurücklassen? Oh nein, er wollte ganz bestimmt nicht , dass sie ihn zurückließen. Er wollte hier nicht sterben. Nicht so, unter höllischen Schmerzen und im Dreck. Und nicht jetzt! Er hatte sich immer vorgestellt...
  13. Cordon Bleu ist die neue Roulade

    Du kannst nicht abschalten. Du willst nicht abschalten. Du bist drin. Augen auf, du lebst den Traum. Die gebleichten Zähne blecken, den Bauch einziehen und ein Grinsen ins Gesicht zwingen. Irgendwo läuft jetzt die Titelmelodie deiner Show. Du bist dabei. „Willkommen hier bei mir und schon geht...
  14. Die Antwort ist azurblau

    Ich mache es einfach wie diese Blauen Reiter, dachte Hans. Expressionismus ist ja gar nicht so schwer. Dazu muss ich nicht mal gut malen können, nur Farbgefühl, ja, Farbgefühl muss ich haben. – Habe ich Farbgefühl? Hans runzelte die Stirn. Klar. Und was nicht ist, kann ja noch werden. Und dann...
  15. Der Anruf

    Es ist ein friedlicher Dienstagabend mitten im Juli. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages scheinen auf das kleine Städtchen in Ostdeutschland. Die Berge färben sich flammend orange und am Himmel zeichnet sich bereits das nahende Abendrot ab. Und während draußen die Schatten nicht mehr länger...
  16. Frieden durch Krieg

    Das Rattern der Maschinengewehre offenbarte, was das Donnern der Halbkettenfahrzeuge Stunden zuvor schon prophezeit hatte. Der Krieg war angekommen und schickte sich an, ewig zu bleiben. Claudius und Selma krochen die Kellertreppe hinunter gerade, als eine Granate die Eingangstür und alle...
  17. Der Biograf

    Die Schusswunde in Kujaus Schläfe sah wie ein Punkt aus, ein Schlusspunkt, der Leben in Geschichte verwandelt hatte. Er war vornüber gesunken und hatte ein Glas Wein umgestoßen. Sein Oberkörper verdeckte die Schreibtischunterlage, sein Kopf verdeckte seine Hand und seine Hand verdeckte den Lauf...
  18. Eine kleine Lüges-Geschichte

    Eine kleine Lüges-Geschichte „Oh je, da war aber jemand lange nicht mehr beim Frisör." Tina, mit der Schere in der einen Hand, steht hinter ihm und fährt mit der anderen durch die nicht vorhandene Frisur. Sie schaut ihn an, beinahe wie verliebt. Bis über beide Ohren sind seine Haare mal...
  19. Reintour

    „Du, Sepp“, Wastl stieß seinen Kumpan unsanft in die Seite und erntete damit einen kurzen, Luft schnappenden Schnarchakkord. Schlaftrunkenes, undeutliches Gebrummel folgte: „Jo, mei …“, dann sank Josephs Kinn, der Schwerkraft gehorchend, wieder in Richtung Brustkorb. Und erneut begannen die...
  20. Wim Drexelius’ Repertoire

    Als sich das erste Licht des Morgens über den grob zusammengestrickten Stoff schlich, ganz langsam, von der aufgedruckten Aufschrift ‚Aardappels’ über Risse und Löcher, hin zu seiner trockenen Gesichtshaut und den tiefliegenden Augen, lag Wim Drexelius schon lange wach. Mit beginnender...
  21. Kondorkinder

    An dem Tag, als ich mich in Chanet verliebte, erschien der Kolibri. Er weckte mich mit dem Schwirren seiner Flügel auf meiner Brust. »Lass mich schlafen«, sagte ich, weil ich ihn für einen Traum hielt, und wollte ihn mit einer Handbewegung beiseite fegen. Er schlüpfte zwischen meinen Fingern...

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