Was ist neu

krimi

  1. Die Zauberfarbe

    Die Geschichte, die ein volles Jahr und vierzig Tage kein Ende nehmen sollte, begann mit einer weißen Leinwand, die inmitten eines kleinen Kunstateliers provisorisch im Raum befestigt war. Ein junger Mann in blauer Jeans und weißem T-Shirt stand vor ihr und betrachtete sie nachdenklich. Geduldig...
  2. Blutige Hände

    Ich wollte das nicht, es war keine Absicht, wirklich nicht! Das müssen Sie mir glauben. Es ist einfach so passiert! Und es tut mir so unendlich leid. Wenn ich es irgendwie rückgängig machen könnte, ich würde es sofort tun, sofort! Ich habe es nicht gewollt, es war einfach so passiert, aus dem...
  3. Identität

    Ein Samstagmorgen im März 2007. Sie saß mit ihrem Espresso am Küchentisch, blickte hinaus in den mit Blumen gesäumten Garten und fühlte sich rundum wohl. Gestern war die Putzfrau da, die Villa glänzte. Der Gärtner hatte ebenfalls ganze Arbeit geleistet und der Frühling spielte seinerseits auch...
  4. Die Bahnhofsuhr

    Der nächste Zug kündigte sich schon von weitem, ohne bereits am Horizont aufgetaucht zu sein, stetig lauter knatternd an. Den irdischen Vibration nach urteilend ist es tatsächlich ein Güterzug, vergewisserte sie sich. Wagon für Wagon würde sich das Ungetüm lauthals vorstellen, um dann...
  5. Der Gesang von Knochen

    Im Wald geschah ein Mord. Dort, weit im Norden, wo die Dunkelheit stärker war als die Sonne, dessen Licht spärlich, noch lange nicht unter die Nadeln der Bäume reichte. Dort, wo der Schnee das Blut trank. Rosenrot, wo es keine Rosen gab, weil sie zu fragil waren, zerbrechlich und blutrünstig...
  6. Der Geruch

    Als sie aufwachte, zeigten die roten Ziffern auf der Funkuhr an der Wand 4:37 Uhr. Draußen herrschte noch tiefe Dunkelheit. Nur das leichte Schimmern der Straßenlaterne schien durch den Vorhang ihres Schlafzimmers und warf einen schmalen, gelblichen Streifen auf ihre Bettdecke. Sie tastete nach...
  7. Erstes Date

    Erstes Date 6.1.2013 - an meinem 27. Geburtstag…. Ein alter Bekannter, nennen wir ihn HB, schrieb mir wieder auf Facebook „Hey Süsse, alles Gute zum Geburtstag! wie geht es dir denn? Glg“ Ich fühlte mich natürlich geschmeichelt und begann mit ihm zu chatten. Es begann eigentlich ganz...
  8. Der Patient

    „Und was wollen sie tun?“, fragte der Therapeut den Patienten. Sie sprachen nun schon seit Jahren regelmäßig miteinander und nun war der kritische Augenblick, auf den der Therapeut seit den letzten Sitzungen hingearbeitet hatte. Vor ihm, auf der anderen Seite des Tisches, saß ein Mann, dessen...
  9. Karnivoren

    Was die Sümpfe an Insekten auszubrüten vermochten, kreiste und flatterte um die Lichtfalle über Lorraines Kopf. Sie hatte es aufgegeben, schlafen zu wollen. Stattdessen lehnte sie sich auf das Balkongeländer und sog den Rauch der Zigarette zwischen ihren Fingern ein. Die Nacht war schwül und...
  10. Herr Klemm

    Wenn Walter Klemm schon um sieben seine Sendungen abholte, sah er zuerst nach, ob etwas für Roswitha Schubert dabei war. Falls ja, fuhr er schnell nach Hause, um nachzusehen, womit sie behelligt wurde. Walter Klemm war Briefträger. Seine tägliche Runde bereitete ihm solche Freude, dass der...
  11. Valcambi Suisse

    Der Alte lief den Feldweg durch hüfthohe Gräser. Oben, am Kamm des Waldhügels, blieb er stehen. Er sah hinunter auf die Siedlung; die Metallwarenfabrik, der hohe Handymast. Spitze Dächer, ein Dutzend Fenster, aus denen Licht in die Dämmerung brach. Er öffnete seine Weste. Er öffnete das Papier...
  12. Gefangen

    Ich wache auf und fühle mich ganz benommen. Langsam öffne ich meine Augen. Wo bin ich hier? Ich liege auf dem Boden an einer Wand. Vorsichtig setze ich mich auf. Ich befinde mich in einem kleinen, leeren Raum. Gegenüber von mir ist eine Tür. Der Geruch erinnert an den eines modrigen Kellers. Es...
  13. Der lange Atem

    Der lange Atem Aufhänger Wumm wumm wumm - dröhnte der unerbittliche Rhythmus der Tritte gegen seinen, sich schützend um den Kopf gewickelten Arm. Durch den fiebrigen Schmerz drang die emotionslose Stimme in sein Bewusstsein: „Oh Mariomaus, du weißt, ich halte meine Versprechen“, sagte...
  14. Der Autor

    Der Autor Ein wohliger Kaffeegeruch erfüllte den Raum. Es war nicht das erste Mal heute, dass die Maschine lief. Peter griff die mit vertrockneten Kaffeeflecken beschmierte Tasse und nahm einen kräftigen Schluck des viel zu heißen Gesöffs. Er schlenderte durch die abgedunkelte Wohnung. Es...
  15. Für immer

    »Hallo Julian«, sage ich und spähe über seine Schulter, doch zu meiner Überraschung steht er allein vor meiner Tür. »Wo ist Elena?« »Sie hat keine Zeit. Die neue Kollektion, du weißt schon ...« Er rollt vielsagend mit den Augen. »Lässt du mich trotzdem rein?« »Ja, natürlich. Entschuldige.« Im...
  16. Der Wolf in Shorts

    Die Wolken über den Palmen schimmerten blau. Künstlich wie Zuckerwatte, dachte Christophe und überlegte, ob Disney sie angemalt habe. Die Büsche, die den Poolbereich umrandeten, waren trotz siebenunddreißig Grad saftig grün. An der Treppe stand ein kleiner Junge und weinte. Auf der anderen Seite...
  17. Ich bin doch kein Mörder, oder?!

    Ich spüre es deutlich: Bald drehe ich vollkommen durch. Wie soll man auch nur halbwegs bei Sinnen bleiben, wenn man seit Tagen von solch einer Brühe umgeben ist? Kein verdammter Wind weht, nicht mal ein Hauch, der ein klein wenig Linderung brächte. Stuttgart-City im August 1982 fühlt sich an wie...
  18. Der Mörder

    Milo raste über die alte Landstraße, die Finger so fest ums Lenkrad geklammert, dass seine Knöchel weiß in der Dunkelheit schimmerten. Seine Ohren dröhnten noch und dämpften alle anderen Geräusche, sodass er nur ein leises Surren an Stelle des Motors hören konnte. Dann erklang ein anderes...
  19. Die Verfolgung

    Ich lausche den Naturgeräuschen des Waldes. Äste knacken unter meinen Schuhen. Um mich herum rascheln die Blätter. Vögel, die in den Bäumen sitzen, zwitschern durcheinander. In der Ferne sehe ich ein paar Rehe, die hektisch von rechts nach links laufen. Die Sonnenstrahlen fühlen sich angenehm...
  20. Marionettenmord

    Nun lag sie da, gefesselt, in einer Pfütze voll Blut, das Gesicht zu einer angsterfüllten Grimasse entstellt – ein Rosenkranz um ihren Hals. Sie war mit dem Küchenmesser erstochen worden, den sie meistens zum Zwiebel schälen benutzte. Der Mörder hatte die Waffe mit dem schwarzen Holzgriff...
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