Was ist neu

sonstige

Genre: sonstige

  1. Auch ich kannte frohe Tage, glückliche Zeit, lange entschwunden!

    „Mein Bruder und Rosa kommen auch!“ Wenn die Mutter das sagte, klang sie stolz – und fing gleich an, für Ordnung zu sorgen und Einkaufslisten zu schreiben. Rosa und Faruq fuhren ein 262er Volvo Coupé und wohnten in einem Haus mit Garten, der größer war als ein Fußballfeld. Onkel Faruq, der...
  2. psycho-social

    Simon Granger, 6 Jahre alt, Schüler der Greenville Public Elementaryschool, rot-blondes Haar. Kleine blaue Augenschlitze, die überall da zu sein schienen, wo sie nichts verloren hatten. Blasses, spitzes Gesicht und einen wieseligen Ausdruck um die Mundwinkel. Naturell: ruhig, aber neunmalklug...
  3. SIE

    Den Gang herunter, schneller, nach links abbiegen, Spintreihen. *Boom* Mädchenkörper zittert - an die Tür gepinnt - fällt zu Boden, blutet. Weiter. Nicht ausrutschen. Überall Blut. Nicht reintreten. Leute schreien. So laut - fuck, haltet doch die Fresse ihr Wichser, das war nicht meine Idee...
  4. Das immergrüne Land

    Der Franzose schießt tagsüber, der Engländer schießt in der Nacht. Zumindest hört es sich so an. Wenn ich meinen Kameraden erzähle, dass englische Grananten anders klingen, als französische, dann lachen sie mich aus, sie lachen so dumpf, aber so herzlich, dass ich nicht weiter versuche mit ihnen...
  5. Serie Eine Kirche im Grünen - Blut

    Die Ritter waren zahlreich. Ihre Schwerter glitzerten in der fahlen Sonne, aber es war nicht das Metall, das ihnen ihren Glanz verlieh, es war das Blut auf ihnen, das sie in der Sonne funkeln ließ. Nun kamen sie langsam den Hügel herauf, auf dem die Kirche stand. Die Pferde schienen unwillig und...
  6. Falling

    Falling Was mache ich hier eigentlich? Der Wind weht um meine Knöchel, fährt meine Waden hinauf, bauscht mein Kleid auf, jagt mir eine Gänsehaut über den Rücken. Schaudernd blicke ich in den Mond. Wieder tauchte diese Frage in meinem Kopf auf: Was tue ich hier? Wieso stehe ich hier? Doch da...
  7. Makelhaft

    Die Kunst ist eine in Form gebrachte Forderung nach Unmöglichem. (Albert Camus) Die Kunst ist ein Mittel, die Dinge der Welt in Besitz zu nehmen – sei es durch Gewalt, sei es durch Liebe. (Arnold Hauser) Irgendjemand hat einmal gesagt, der Schlaf wäre des Todes kleiner Bruder. Ich erlebe den...
  8. Das Ende der Mücke oder Der Perspektivenwechsel

    (In seligem Gedenken an den Sommer) Eine Mücke, feingliedrig und gerade gebaut, schaute nachdenklich auf mehrere Mückenlarven, die in der Regentonne schwammen. Endlich löste sie sich vom Tonnenrand und schwirrte in Bögen durch die warme Sommerluft, über die ungemähte Wiese, vorbei an Flieder...
  9. Morgensonne

    I. Herr Friedrich war nie ein begnadeter Trinker gewesen, doch an diesem Abend kippte er alles in sich hinein was ihm in den Sinn kam. Schließlich blieb er; nach zwei oder drei Kneipen; bei Whiskey on the rocks hängen, was seiner bescheidenen Meinung nach kein schlechter Drink für diese...
  10. Tacheles

    So einen Ton hatte er nicht erwartet, erst recht nicht aus ihrem Mund. Er fühlte sich erdrückt und enttäuscht von sich selbst. Sein Kopf war kurz davor zu zerbersten, seine Haut kribbelte an Stellen, an denen es besonders unangenehm war, seine Hände hielten nicht mehr still, einzelne Teile...
  11. Ritt auf dem Sündenbock

    Wir treffen uns jeden Abend unten am See, auf der anderen Seite der Stadt. Die Verstoßenen, die Verlorenen, die Verrückten. Dort sind wir unter uns und dort haben wir alles was wir brauchen. Wir können uns am noch härteren Schicksal der anderen laben und müssen nicht mehr völlig neben uns...
  12. Wohinaus?

    "Bitte bring dich nicht um! Nicht hier! Was soll man denn von uns denken?" "Es gibt keine andere Möglichkeit, es gibt doch überhaupt keinen Ausweg." "Willst du nicht darüber reden?" "Wozu? Ihr seid anders. Ihr könnt mich gar nicht verstehen und könnt auch nicht helfen." "Wir lieben dich doch und...
  13. Happy Birthday, Günther

    Happy Birthday, Günther! Ich erwachte bereits um 5.43 Uhr am Morgen, weil mir die Sonne ins Gesicht schien. Heute ist der Tag meines 42. Wiegenfestes. Freunde oder Bekannte habe ich keine zu mir eingeladen, da ich keine Zeit zum Feiern habe. Ich muss den ganzen Tag arbeiten und für das...
  14. Meine Beerdigung und der Tod meiner Frau

    Ich weiß, es ist eine seltsame Art einen Text zu beginnen, ich werde es aber trotzdem tun: Ich bin tot. Es ist gar nicht so schlimm wie ich immer dachte, aber ich möchte Ihnen eigentlich nicht zu viel verraten. Der Kerl, der gerade diesen Text für mich tippt, hat auch keine Ahnung was er da...
  15. Reise ins Dunkel

    Der Zug setzte sich sanft in Bewegung und einige der Menschen draußen auf dem Bahnsteig gerieten in Hektik. Keine Spur von Wiener Gemächlichkeit - sie winkten und johlten, schwangen Taschentücher und liefen nebenher. Die Bahn gewann an Fahrt und schließlich verschwand der letzte Junge auf dem...
  16. Der französisch küssende Dämon

    Das Mädchen fing an zu weinen. Er freute sich darüber, dass es so schnell gegangen war, doch dann merkte er, dass die Tränen gar nicht ihm galten. Was da ihre Wangen herunter lief und ihr Make-up verschmierte, war purer und salziger Egoismus. Ihre Tränen befriedigten ihn nicht. Er stand auf um...
  17. Das kleinste Haus in Wales

    So einen Regen hatte Karla noch nicht erlebt. Er klatschte geradezu besessen an die Scheiben des winzigen Zimmers. Die gräulichen Spitzengardinen schienen unter der Wucht des Aufpralls zu erzittern und Karla fragte sich besorgt, ob das zerbrechlich aussehende kleine Fenster diesen Ansturm...
  18. Alles Gute zum Geburtstag

    Sie konnte nicht viel, nein. Sie konnte nicht schreiben. Nicht rechnen. Nicht singen. Nicht schnell rennen. Doch sie konnte ihre Augen schließen. Manchmal saß sie einfach nur da, die Hände in den Schoß gelegt, schwer, und schloss ihre Augen. Das tat sie, um etwas zu tun. Sie konnte ja nicht...
  19. Die letzten Bilder

    Die letzten Bilder Wann nur war die Zeit, in der das Leben nichts gekostet hatte und noch umsonst und frei war? Wann nur? Die Straße müsste man sich als eine dunkle vorstellen; das heißt nicht, dass sie unbeleuchtet gewesen wäre, aber das schmale Licht der Laternen war von dem langen...
  20. Ich brauche eine Sekretärin

    Ich weiß nicht, das wievielte Mal es jetzt schon ist, dass ich abends alleine in einer Bar sitze und warte. Habe ich das zweite Dutzend schon voll? Vermutlich ja. Manchmal ärgert es mich fast ein wenig, dass ich nicht Buch geführt habe, denn so langsam beginnen die Erinnerungen doch etwas zu...
  21. Frittierte Scheiben menschlicher Existenz

    Sie brachen mich in der Mitte durch wie eine nasse Zigarette und zeigten mit ihren fettbeschmierten Fingern auf mich. Sie steckten mich in diese kotzgrüne Uniform und zwangen mich gemahlene Wurmscheiße mit Zwiebeln und Speck zu Burgern zu formen. Ich habe ganze Hühnerställe in kochendem Fett...

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