Was ist neu

sonstige

Genre: sonstige

  1. Krachen lassen

    Pischta verscheucht den Hahn von den Zaunspitzen, die Farbe ist noch frisch. Bis zum großen Tag ist noch viel zu tun - da will er zeigen, was er drauf hat. ‚Ich werd’s so richtig krachen lassen’, nimmt er sich vor. Dass es teuer wird, weiß er. Das letzte Fest gab es vor elf Jahren, zu Mikschas...
  2. Bühnenstück Why

    -Why?! Stimme aus dem Hintergrund: „Wenn Du einen Wunsch frei hättest, welcher wäre es?“ Spot an: Eine junge Frau sitzt auf einem kleinen Holzstuhl. Ihr kastanienbraunes Haar trägt sie gelockt und wild toupiert. Sie trägt rote Shorts, eine blau-weiß gepunktete Bluse und silberne High-Heels...
  3. Ausweglos

    Der unerträgliche Lärm riss sie unsanft aus dem Schlaf. Erschrocken sah sie sich um. Sie kamen näher. Langsam, aber unwiderruflich. Sie hielt ihr Baby fest in den Armen. Trotz des immer lauter werdenden Lärms, schlief es tief und fest. Sie spürte den feuchten Atem des Babys an ihrem Hals...
  4. Das blaue Kornblumenfeld

    Der Wind pfeift und grollt. Er kommt vom Meer. Von dem tiefen, dunklen, blau glänzend und funkelnden Gewässer. Ritterlich reitet er über die unaufhaltsamen Wellen. Im letzten Moment fliegt er davon. Genau dann, wenn die weiss schäumende Gischt auf die scharfen und spitzen Klippen trifft und dort...
  5. Der Tag danach

    Hier saßen wir nun und warteten, während über uns dumpf die Einschläge von Bomben zu hören waren. Es war schon Abend und ich war noch in Kassels Straßen unterwegs gewesen. Eigentlich hätte ich schon längst zu Hause sein sollen, aber es war später geworden. Ich war gerade auf dem Heimweg, als...
  6. Verbfaulheit / Plusquamperfekt

    Hallo Ihr Lieben, ich bin nicht sicher, ob meine Anfrage hier richtig ist. Trotzdem möchte ich es versuchen, weil ich um Eure Kompetenz weiß. In meinen Kurzgeschichten hadere ich immer wieder mit dem Plusquamperfekt. Meine Lektorin haut mir regelmäßig ein "Verbfaulheit" um die Ohren und es...
  7. Petti Rosso

    Die toten Vögel purzeln auf den Tisch. Ein Rotkehlchen landet unmittelbar vor Mira und die kleinen, schwarzen Augen starren sie an. Wie vertrocknete Zweige stehen die Beine vom Körper ab. Paulo breitet die steifen Körper mit der Hand aus. Mira wendet sich ab, versteckt sich hinter ihren dunklen...
  8. Oasis

    Die Schwüle des Tages ließ jeden klaren Gedanken verstimmen, denn die Sonne schien zu diesem Zeitpunkt – es war gerade Mittag – mit einer solchen Inbrunst, einer solch ungehemmten Kraft und Wut, dass jeder, ganz gleich wie unempfindlich eine Person auch sein mag, unweigerlich zu Schaden kam...
  9. Replika

    Ich stand etwas abseits, unter einer kahlen Eiche, deren Äste mit Raureif überzogen waren, und zuckte zusammen, als Krähen hinter mir davonstoben. Es roch nach Schnee und nasser Erde. Blassrote Schlieren am Himmel wie Narben von Peitschenhieben. Die Grabrede des Pfarrers war nicht zu hören –...
  10. Bei Elena ist Tom geblieben

    Gleich wird mir jemand die Tür öffnen. Ich werde meine Schuhe ausziehen, ein paar Leuten „Hallo“ sagen und irgendwo in dieser Wohnung auf Tom treffen. Meinen Tom, von damals. Weiß er, dass ich Friedje neulich zufällig traf und er mich zu seiner Party eingeladen hat? „Tom wird übrigens auch da...
  11. Erwartungen

    Wie jeden Morgen saß Josef schlecht gelaunt in dem kleinen Strandcafé mit dem Palmblattdach. Seit sechs Wochen war er jetzt in Goa, und nichts war zu seiner Zufriedenheit gelaufen. Die Nachbarn zu laut, das Wasser zu dreckig, er hatte keine Ahnung, warum er nach all den Jahren wieder...
  12. Sein letztes Gefecht

    Die Schüsse, die über mir einschlugen, waren viel zu nah, viel zu nah. Ich wäre jetzt gerne bei meiner Tochter gewesen und hätte ihr dabei zugesehen, wie sie langsam größer wurde. Nichts anderes, nichts anders. Nichts anderes. Ich war kein Held. Ich war nichts von dem, was hier nötig war. Weil...
  13. Der breite Unbekannte

    „Der RB 1049 nach Ulm Hbf über Mering mit dem Zugteil nach Treuchtlingen verzögert sich wegen Behinderungen im Dienstablauf voraussichtlich um 10 Minuten. Wir bitten dies zu entschuldigen“ Allein für diese Unverschämtheit hätte ich dem doch sehr arrogant und eingebildet klingenden Bahn Fuzzi am...
  14. Alles Maya

    »Da draußen ist jemand«, bemerkte ich, als ich in Lillis und Ganga Jis Küche stand und durch das kleine Fenster mit dem abgeblätterten Holzrahmen lugte. Eine elfenähnliche Gestalt bewegte sich zwischen den Pinienzweigen durch den Dunst, unter dem die Bergkette des Himalaya verschwamm wie auf...
  15. Der Gummibaum

    Die Küche war ein Durchgangszimmer für mich. Meine Mutter saß dort und beobachtete alles. Wenn ich zur Tür hereinkam, schaute sie von den Buchstaben auf ihren Blättern auf, wie zufällig, und lächelte, aber eigentlich wusste sie schon, dass ich kam. Sie hatte spitze Ohren, meinte mein Vater...
  16. Nichts

    Es gab diesen Moment, in dem ich bemerkte, dass etwas nicht so war wie sonst. Ich wusste nicht genau was, aber ich spürte, dass es falsch war. Alles fühlte sich wie reine Folter an, ganz egal was es war. Freude wurde immer und immer mehr eine vage Erinnerung und dann, eines Tages fiel es mir wie...
  17. Wir waren Helden, und Helden rauchten

    Mein kleiner Bruder ist tot. Aus dem Familienalbum wähle ich die schönsten Fotos aus. Das, wo Anton stolz seine erste Zahnlücke zeigt, und das, wo er unter dem Rasensprenger herumspringt, das, wo er seinen ersten Schneemann baut, und das Foto, wo Papa mit ihm die Kaninchen füttert. Ich schneide...
  18. Funkelnde Scherben

    Der Forstweg schlängelt sich den Berg hinauf, hinter einer Kurve verliert er sich zwischen den Tannen. Ich gehe mit festem Tritt, den Kopf gesenkt. Die Kieselsteine bohren sich durch die Schuhsohle, wenn ich den Fuß abrolle. Bei jedem Schritt knirscht es, das Geräusch der sich aneinander...
  19. Depressionen

    Ich wache auf. Es ist acht Uhr. Die Schule beginnt um acht. Das trifft sich nicht gut. Sofort eile ich ins Badezimmer, welches abgeschlossen ist. „Hallo, ich muss zu Schule, Mama?“ Kein Ton. In mir staut sich eine gewisse Unzufriedenheit auf, ich bin unpünktlich, ich komme nicht ins Bad, ein...
  20. Wie schon bei Nico. Bei Linus. Bei Ivo.

    Vor der Rettungsschwimmerstation sitzen drei Morgenmuffel und klammern sich an ihre Kaffeetassen. Nina betrachtet das Bild und schmunzelt. „Sieht ganz so aus, als wäre die erste Schicht meine“, sagt sie, zieht sich um, setzt sich auf den Steg und lauscht der Stille, die nur noch ein paar Minuten...
  21. Eine Gelegenheit und keine Margeriten

    Lächelnd reichte Karl den Topf mit Bohnenzöglingen über die Theke und sortierte das Geld in die Kasse. Sein Lächeln verschwand in dem Augenblick, als der Kunde vom Stand zurücktrat. Stattdessen erschien eine Furche zwischen seinen zusammengekniffenen Augenbrauen. Heute war es endlich soweit...

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