Was ist neu

sonstige

Genre: sonstige

  1. Kali

    Gerade als Erik den letzten Kopf im Sand platzierte, kroch ein heller Vollmond hinter einer schwarzen Wolke hervor und tauchte den Strand in ein graues Licht. Es war für diese Jahreszeit ungewöhnlich windstill und warm, perfekt für einen romantischen nächtlichen Strandspaziergang, doch Erik...
  2. Brief

    AN DAD, Ich vermisse dich, auch wenn ich weiß, dass du nicht mehr zurückkommen wirst. Du wärst enttäuscht von mir, mich hier weinend auf dieser Mauer zufinden. Du wärst enttäuscht von mir, wenn unser Fotoalbum nicht mehr mit Bildern von dem Sonnenuntergang gefüllt werden würde. Du hast mir...
  3. Die Frau vom Fluss

    Das Wasser kam ruhig, fast gemächlich daher, wie ein alter Bekannter, den man unvermutet trifft und nach dem man sich verwundert umdreht, weil man nicht damit gerechnet hat, ihn an einem ungewohnten Ort zu sehen. Es kam auf die Ortschaft zu und hielt sich nicht an Abgrenzungen, an...
  4. Ich verstehe dich!

    Der Wecker klingelte in der widerlichsten Tonlage, die er sich verstellen konnte, und das bereits zum dritten Mal heute Morgen. Toms Arm war gerade dabei auszuholen, um mit einem Schlag auf die Schlummer-Taste den unvermeidlichen Alltag noch ein wenig weiter hinauszuschieben, da riss genau...
  5. Unter einer weißen Schicht

    Daran, wie Marah an ihrer Bluse zupfte, die Ledertasche durchwühlte und sich dabei Haarsträhnen aus der Stirn blies, erkannte Roland, dass es in ihr brodelte. Wieder mal. »Ich bin spät dran«, sagte sie. Er zog die Pyjamahose höher und schlurfte Richtung Küche. »Willst du Kaffee?« Sie blickte auf...
  6. Anzug

    Eigentlich bettreif steigt er von den Schultern des großen Mannes mit Bart und Brille. Rutscht vielmehr herunter. Zieht sein Sakko glatt, greift die Aktentasche von der linken in die rechte Hand und verabschiedet sich. Flüchtig, mit schlaffem Arm winkt er ohne hinzusehen. Ein Wegwinken...
  7. Grenzen in Fluss

    Etienne trat aus dem Gebäude, das ich einmal schön gefunden hatte. Ich hob den Arm, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Er schirmte die Augen mit der Hand gegen die Sonne ab, nickte und kam näher. »Hat ziemlich lang gedauert!«, sagte ich. Die Glut der Zigarette schnippte ich ab, prüfte mit...
  8. Wölkchen am provenzalischen Himmel

    Die Sonnenstrahlen knistern, gleich wird Feuer ausbrechen, und geschmolzene Dachrinnen tropfen auf die Blasen des Asphalts. Diesen Nachmittag würde ich am liebsten im Kühlschrank verbringen, nur sind meine Maße dem im Wege. Bleiben die Eisbrocken im Pastis. Viel Flüssigkeit muss man zu sich...
  9. Anna

    Anna Der Herbstwind sprühte nasskalte Tröpfchen über den Krankenhausparkplatz und Paula zog den Mantel enger. Eigentlich übernahm sie gern zusätzliche Schichten. Heute wollte sie nur nach Hause. Sie rannte die Straßen entlang. Vor ihrer Haustür wühlte sie mit steifen Fingern nach dem...
  10. Klebrige Lippen

    Der Sommer damals dauerte ewig. Am Wochenende habt ihr euch immer im Park getroffen. Die Mädchen saßen auf der Lehne der Bank, die Jungs standen mit ihren Bierdosen davor. Irgendjemand hatte immer Musik dabei. Es roch nach gemähtem Rasen und warmer Erde. Deine Lippen waren klebrig, denn du hast...
  11. Blätter

    Sie ging. Endlich. Ich wollte nicht, dass sie kam, denn jedes mal am Ende der Besucherzeit ging die Freiheit mit ihr. Jetzt war ich allein. Erleichtert schloss ich für einen kurzen Moment meine Augen. Entfloh der Realität. Als ich sie öffnete, traf sie mich hart wie ein Faustschlag. Ich konnte...
  12. Flammentanz

    Es war später Nachmittag und das junge Mädchen kämmte aufgeregt sein langes seidenschwarzes Haar, welches locker über seine Schulter hing und sich in seinem jungfräulichen Schoß sammelte. Ein verschmitztes Lächeln umspielte seine zarten feuerrot geschminkten Lippen. Rosig glänzten seine Wangen...
  13. Ein leeres Blatt Papier

    Weiß. Es ist einfach nur weiß. Vorne und Hinten. Weiß. Was soll ich damit anfangen? Ich habe weder einen Stift, noch besonders gute Kenntnisse in Origami. Wieso also gab man mir dieses Blatt? Seit einiger Zeit bin ich hier und überlege, was ich tun soll, weshalb ich hier bin und was als...
  14. Ausgeliefert

    Bedrohlich schweben graue Wolken über uns, während er die Münze mit seinem krummen Daumen in die Luft schnippt. Die Münze , die über mein Leben entscheidet. Sie fliegt mit einer Leichtigkeit, welche nicht das schwere Ausmaß ihrer Landung erkennen lässt. Während sich die Münze vor meinem Augen...
  15. Stille Gedanken

    Der Mann sass auf einem Stuhl und blickte in den Spiegel. Ein altes, müdes Gesicht blickte zurück. Die Augen milchig und trüb. Leblos. Das schüttere Haar zerzaust und spröde. Seine nackten Schultern waren gebeugt, so als würde das Gewicht der Welt sie niederdrücken. Um die Hüfte hatte er ein...
  16. Copywrite Ikarus

    Der Alltag eines im Lehrberuf stehenden Geisteswissenschaftlers kann zu äußeren wie inneren Konflikten führen, problematisch und gleichsam frustrierend werden. Dies hat zuweilen einen einfachen Grund: Seine Sicht auf die Dinge. Oftmals erträumt er sich im Vorfeld die idealtypische...
  17. Die Kehrseite von vielem

    Der Brief in ihrer Jackentasche schien mit jeder Minute schwerer zu werden. Als sie ihn aus dem Briefkasten geholt hatte, war er noch leicht, ein normales Stück Papier, einfach eine Einladung. Auf dem Weg zur Kanzlei fühlte sie ihn deutlich. Schwer, heiß, unangenehm ziehend wie ein Bauchschmerz...
  18. Schwarz verbirgt

    Seine Lungen sogen kalte Luft ein, sein Rücken schmerzte, und sein Kopf fühlte sich an, als ob jemand ihn mehrmals geschlagen hätte. Er schlug die Augen auf, um sich zu vergewissern, dass er überhaupt noch lebte. Sein Gehirn brauchte, um es herauszufinden. Ja, wahrscheinlich war er am Leben. Mit...
  19. Liebes Leben ...

    Heute bin ich meiner großen Liebe begegnet. Begegnet. Wie das klingt! Gar nicht so, wie es sich anfühlte. Es war ein profaner Aufprall, wie er passiert, wenn jemand tagträumend durch die Welt irrt und dann ungebremst auf ein Hindernis trifft - oder in es hineinrennt. So eine Art der Begegnung...
  20. Theater

    Ein jeder kennt diese Art von Mädchen. Die Augen scheinen hell, doch Lider schließen sich scheu bei jeder Begegnung. Der Rücken ist gerade gestreckt, doch beugt er sich bei jedem Wort. Die Lippen lächeln rosig, doch erblassen sie bei jedem Zweifel traurig. Das Theater ist aus. Schon seit 35...
  21. Bühnenstück Aschenputtel und andere Schauermärchen: I

    Personen: Jana Alte Anmerkung des Autors: Es bietet sich an, beide Figuren mit lokalem Dialekt zu sprechen. Schauplatz ist eine Restaurantküche. Im Hintergrund gibt es eine Klappe, wo Essen und Geschirr durchgereicht werden. Bei der Spüle stapeln sich Teller, es stehen Besen herum. An der...

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