Was ist neu

alltag

  1. Die schöne Unbekannte

    Sie kam immer auf dem Bahnsteig II an und fuhr auf dem Bahnsteig I weg. Bei mir dagegen war es genau umgekehrt. Ich kam immer auf dem Bahnsteig I an und fuhr auf dem Bahnsteig II weg. Deshalb sahen wir uns jeden einzelnen Tag, als ich auf den Zug, in dem sie war, wartete. Und jeden Tag lächelte...
  2. Serie Warum Liebe?

    „Ich muss dir was sagen.“ Es ist mitten in der Nacht und Sophie hat mich angerufen. Als sie mir das sagt, bin ich von ihrem Tonfall zunächst verwirrt, dann zunehmend besorgt, schließlich beängstigt. Das letzte Mal, als sie mir „etwas sagen“ wollte, hatte sie mir erzählt, dass sie seit geraumer...
  3. Ich sehe sie an

    Ich sehe Sophie an, wie sie am Brückengeländer steht, das Gesicht dem Wind zugewandt, die Haare umpeitschen ihr Gesicht, mit ihren Händen an die Steinbrüstung geklammert. Nach Außen hin wirkt sie ruhig, so als würde sie nur den Wind der ihr ins Gesicht weht, geniessen, als würde sie die Sonne...
  4. Himmel und Hölle

    Seit über zwei Stunden gingen wir steil bergauf. Blauer Dunst lag über den niedrigen Bergrücken, aber der Feldberg strahlte in der Junisonne. Ein schmaler Pfad schlängelte sich durch die Wiesen. Es roch nach geschnittenem Gras. Ein alter Mann mit einer Sense schaute kurz zu uns herüber, dann...
  5. Der BluRay Player

    „Nee, nee, nee was für ein Scheiß! S C H E I ß E! Warum funktioniert das denn nicht! Man, man, man da gönnt man sich mal so einen super teuren und hochwertigen BluRay-Player mit extra Aufnahmefunktion und was ist, ja nix. Was ein Mist!“ Herr Glücklich war alt. Sehr alt. Und hatte in seinem Leben...
  6. Der Misanthrop

    Ich hasse Menschen. Sie sind ein Plage. Eine Krankheit, die die Erde befallen hat und sich einfach nicht vernichten lässt. Alles Parasiten... Wenn ich in die Gesichter hier um mich blicke, dann kriege ich das Kotzen... Nur Fassaden... Guck dir das an, nach außen hin sind sie alle am lächeln…...
  7. Einblick in seinen Abend

    Am 21., dem Freitag vier Tage vor meinem 21. Geburtstag, traf ich die Entscheidung campen zu fahren. Campen in dem Sinne von: Das 'Muss' - am Reiseort den Nachthimmel klar und deutlich zu sehen. Wie es dazu kam: Wie man auf den Seiten 67 und 68 unschwer raushören kann ging es mir gestern...
  8. Nacht-Wächter

    "Wie fühlst du dich?" Zum dritten Mal innerhalb der letzten zwei Stunden wollte Luthecia das von Manfred wissen. Sie waren an diesem Sonntag erst in den frühen Morgenstunden nach Hause gekommen und hatten dann aus einer verrückten Laune heraus um ein Frühstück im Café gegenüber gewettet, wer...
  9. Zu spät.

    Schluss. Aus. Ende. Stille. Dröhnen in meinen Ohren. Das „Amen“ hallt in meinem Kopf wider, übertönt alle Gedanken. Rascheln hinter mir. Ein kleines Mädchen. Was macht sie hier? Kleine Kinder sollten spielen, fröhlich sein, sollten so etwas nicht sehen müssen. Sie weint. Warum weint sie? Kannte...
  10. Wie ich drei Bestseller an einem Donnerstag veröffentlichte

    Wie ich meine ersten drei Bestseller innerhalb von zehn Tagen schrieb und an einem einzigen Donnerstag veröffentlichte Sie meinen, ich staple hoch? Mitnichten! Sie meinen, ich habe eine gestörte Wahrnehmung? Das könnte schon sein. Trotzdem fühlte ich mich an besagtem Donnerstag wie eine...
  11. Gedanken an Louise

    Ich war wirklich schon verdammt oft wütend auf dich. In unserer Kindheit brachte es mich zur Weißglut, wenn du mir mein Spielzeug wegnahmst. Später dann hätte ich dich auf den Mond schießen können, weil du den letzten Schluck Sekt getrunken hattest und erst letzte Woche brüllte ich dich an, weil...
  12. Versagen

    Es ist Zeit, einen Kaffee zu trinken. Seit zwei Stunden bin ich auf der Piste und ohne wache Lebensgeister ist das Laufen eine Zumutung. Die verdammten Wolfskin-Wanderschuhe scheuern an den kleinen Zehen, der zentnerschwere Rucksack zieht heute besonders an den Schultern und ich befürchte...
  13. Hallo Reeperbahn!

    Bin wieder mal da, total hippelig. Ist wohl eine Macke, die mich auf diesem Pflaster überkommt. Dieses Aufgedrehte, Flattrige – wie zu Knabenzeiten, wenn man was Verbotenes tat. Oder in den Jahren vor der Scheidung. Aber jetzt? Vertraut mit dem Leben und allem, was dazugehört – und immer noch...
  14. Landluft

    Inka radelt mit ihren Bio-Wochenmarkteinkäufen, die sie fein-säuberlich in einem Flechtkorb verstaut hat über einen Waldweg, der quer durch ein Kieferwäldchen führt. Links und rechts neben ihr erheben sich die einnehmenden Bäume. Es riecht nach Hartz und man hört das monotone Plätschern einer...
  15. Meinetwegen

    Er wurde vergewaltigt. Er wurde missbraucht, von der einzigen Person, von der er Hilfe erwarten konnte. Sein Onkel und Erziehungsberechtigter hatte ihn über Jahre missbraucht und manipuliert. Er erzählte mir, dass er erst viele Jahre später erkannte, was sein Onkel ihm genau angetan hatte. Was...
  16. Ein ganz normaler Morgen

    Es war ein feuchter und bedeckter Morgen. Er strahlte so viel Unbehagen aus, dass die Vögel diesen nicht einmal als würdig erachteten, von ihrem Gesang begleitet zu werden. Die Feuchtigkeit in der Luft legte sich auf die Bäume, die Häuser, den Asphalt nieder und brachte ihnen damit eine Kälte...
  17. Vom Einwecken und Konfitürekochen

    Michael mochte es, seine Haare lang wachsen zu lassen. Das sah manchmal merkwürdig aus, da er einen langen Seitenscheitel hatte und er das regelmäßige Waschen der Haare als überflüssig betrachtete. Hätte man ihn gefragt, warum er es mochte seine Haare wachsen zu lassen, hätte er wohl...
  18. Hallo, du Schwein da

    „Hallo du Schwein da“ waren tatsächlich die ersten Worte die ich an das riesige Schwein richtete ohne dass ich mir dabei lächerlich vorkam. Warum auch, schließlich ging es darum einen Dialog zu beginnen. „Rüfff“ kam zurück. Der Typ mit dem Oberlippenbärtchen, sein Gesichtsschnitt ließ einen...
  19. S11-Altona

    Hamburg Altona, dort, wo die großen Züge eintreffen. Es ist ein kalter Herbstmorgen an einem kalten und hektischen Bahnhof. Leute irren umher. Migranten sprechen Wildfremde an und suchen verzweifelt nach Arbeit, Obdachlose essen die kalten Fritten vom Vortag, die andere Leute weggeschmissen...
  20. Der ungewöhnliche Hund

    Auch wenn man es mir nicht ansieht, aber ich bin kein gewöhnlicher Hund. So ein Normalo hat nur zwei Interessen, erstens schlafen, zweitens fressen. Ach so, und die Verdauung nicht zu vergessen (oh, das reimt sich ja!). Und Duft-marken setzen natürlich. Noch was? ….. Ne. Für mich sind das...
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