Was ist neu

krimi

  1. Kaban (russ. die Wildsau)

    Kaban (die Wildsau) Die Wildsau - „Der Knast ist deine Universität, Kaban. Nur dort wirst Du zum Mann.“ Die Großmutter betrachtete ihren Enkel mit schielenden kalten Augen. Sie sprach ihn mit seinem Spitznamen an, so wie dies auch alle anderen taten. Wie er offiziell hieß hatte sie schon...
  2. Ophelias Fall

    „LOVE WILL TEAR US APART AGAIN“ Das fast vollständige, aber in seine Einzelteile zerlegte menschliche Skelett war mitten auf dem Potsdamer Platz aufgeschüttet worden. Fiona Rosenbaum musste jeden Knochen fotografieren und dann in transparente Plastikbeutel packen. Die SpuSi-Mitarbeiterin Muriel...
  3. Erdmännchen

    Erdmännchen Jeden Dienstagnachmittag besucht Herr F. den Tierpark. Nicht, dass er besonders gerne in den Zoo ginge oder eine Leidenschaft für Tiere hätte. Nicht, dass er gerne auf einer Bank in der Natur säße, um andere Besucher zu beobachten – das alles ist für ihn ohne Belang. Herr F. hat...
  4. Die Frau in Rot

    Über der Stadt lag die Nacht. Alles was er tat, tat er still und leise. Er wickelte es in einem riesigen, schwarzen Laken ein; und mit einer Schnur schnürte er, jeweils an den beiden Enden, dieses ganz fest zusammen. Wie ein Paket! Dann zog er sich die Schuhe und seine Jacke an und warf das...
  5. Blömke

    1 Blömke ist eine arme Sau. Bloß er weiß es noch nicht. Gestern, da habe ich ihn kennengelernt, bei Jimmy in der Autowerkstatt, alle waren da: auch Kronicz, dieser Lackaffe, mit seinen Gelhaaren und dem Bullenkörper – er trägt ausschließlich Wildlederschuhe und Ed Hardy-Shirts, und zwar in XS...
  6. Der Kranich

    Es sollte Loewens erster Bankraub werden. Immerhin, er war 61. Und er war aufgeregt. Es war kurz nach neun. „Eine Bank überfällt man morgens“, hatte ihm Stolzenburg verraten. Stolzenburg war jetzt auch Rentner, aber früher ein Profi. Er hatte sieben Sparkassenfilialen ausgenommen, ehe ihn ein...
  7. Dialog unter Gangstern

    Frankie trommelte mit den Fingern auf das Lenkrad. Du musst warten, bis die Sonne ganz untergegangen ist, und dann noch eine halbe Stunde. Sonst ist es noch zu hell, du könntest gesehen werden, so hatte Dave gesagt. Dave kannte sich aus. Im Radio lief ein älteres Bruce Springsteen-Lied...
  8. Den Wert des Lebens fühlen

    Wir trafen uns neben der U-Bahn-Station. Mein Mentor trug wie immer seine schwarze Lederjacke. In der rechten Hand hielt er eine Sporttasche. »Hast du mitgebracht, was wir vereinbart haben?«, fragte er. »Ja, habe ich«, demonstrativ klopfte ich auf meine Tasche, die um meine rechte Schulter...
  9. Der Künstler

    Der Künstler (Überarbeitet) Die Uhr tickte. Das Geräusch wurde in Charles Ohren immer lauter, immer drängender, wuchs weiter an, je stärker er versuchte, es zu ignorieren. Er wandte sich von der Leinwand ab, und sah zur Uhr hinauf. Die Zeiger waren im schwindenden Licht kaum zu erkennen, es war...
  10. Vergeltung

    Der Wind pfiff durch die Reihen des kleinen Friedhofs. Ein Mann stand alleine vor einem Grab und betrachtete es schweigend. Seinen Kopf hielt er gebeugt. Eine Träne floss ihm langsam übers Gesicht. Der Name auf dem schlichten Grabstein ließ sich in der Dämmerung gerade noch erkennen. Lisa...
  11. Einsam

    Mark starrte wie gebannt in den Fernseher. Das komische war, dass der Fernseher nur am rauschen war. So etwas hat Mark noch nie gemacht, deswegen wunderte Robert sich als er nach Hause kam. „Hi Mark, was machst du da?“. Mark dachte nicht einmal daran den Kopf auch nur einen Millimeter zu...
  12. Retuschen an der Schöpfung

    Erstaunt betrachtete der Arzt das Gesicht des Patienten. In seinem Beruf war ihm manches untergekommen, doch dieses verblüffte ihn. Seine Gedanken von dem Anblick losreissend, begann er, den Bewusstlosen zu untersuchen. Puls und Atmung waren nicht besorgniserregend. Er winkte den Sanitätern...
  13. Der rasende Rudi und der Froschkönig

    „Der Frosch war’s!“, behauptete die Witwe des Opfers und deutete auf ein Tierchen, das in einem Terrarium zwischen exotischen Grünpflanzen hockte. Kriminaloberkommissar Wolfgang Nehrlinger, alias „der rasende Rudi“, trat an den gläsernen Behälter heran. Mit einem „Aha“ begutachtete er die...
  14. Schlaganfall

    Eine Krankenschwester schob Paul Härtling im Rollstuhl in sein Zimmer zurück. Nichts deutete darauf hin, was hier vorgefallen war. Die Untersuchungsbehörde hatte das Patientenzimmer wieder freigegeben, das Bett war ausgetauscht und alles steril gereinigt. Seit Härtling nach einem Schlaganfall...
  15. Meine Todesliste

    Gestern habe ich meinen achtunddreißigsten Mord begangen. Diesmal am Kriminaldirektor und Schutzpatron der Dealerbande. Die Zeitungen betiteln mich mit „Der Teufelsschütze“. Immerhin liegen sie mit dem Geschlecht richtig. Im Grunde wissen sie nichts über mich. Nun gut, zuweilen bin ich des...
  16. Der rasende Rudi

    Kriminaloberkommissar Nehrlinger springt aus seinem Dienstwagen und hastet die letzten Meter zum Notfallort. Nicht zu unrecht wird er von seinen Kollegen rasender Rudi genannt, obwohl er Wolfgang heißt. Im Laufen fällt ihm der Autoschlüssel aus der Hand. Verärgert schaut er dem Schlüssel...
  17. Bis der Tod uns scheidet

    Das Gespräch mit dem Geistlichen gab Eva Maria Motivation, gegen ihr beständig quälendes Gewissen anzukämpfen. Ihm gegenüber hatte sie von einem starken Unbehagen gesprochen, einem peinigenden Gefühl, das sich nach dem Tod von Robert einnistete. Vor drei Monate hatte der Pfarrer eine behutsame...
  18. Für Melanie

    Für Melanie Ich kniete vor ihr, wie immer mit einem Strauß Blumen in der Hand. Irgendwas Buntes, jedesmal siebenundzwanzig Blüten, selbst gepflückt. Ich verschwieg ihr die Dinge, die mich heute so unnachgiebig beschäftigten. Sie durfte nicht wissen, was ich vorhatte. Sie würde Angst bekommen...
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