Was ist neu

seltsam

  1. Die Nacht

    Ich habe geschlafen wie ein König. Ich fühle mich, als sei ich von den Toten auferwacht. Entspannt ich strecke meine Arme von mir und recke mich. Meine Gedanken hängen noch an meinem letzten Traum, dessen Fragmente sich allmählich aus meinem Kopf lösen. Ausgeschlafen. Wann war ich das letzte...
  2. Flaschenpost

    "Besorgen Sie mir ein gefälschtes Staatsexamen!“ Wie konnte er sich nur zu so etwas hinreißen lassen?? Und dann auch noch schriftlich!!! Garantiert würde die Polizei in den nächsten Tagen bei ihm vor der Tür stehen. Sicher hatte sie ihn schon länger beobachtet und verfolgt. Das surrende...
  3. Plötzlich

    Die Tür hatte er gar nicht aufgehen gehört. Dies war insofern bemerkenswert, da die alte Holztür, die schwerfällig in ihren Angeln lag, sonst immer laut knarzte, als litte sie selbst unter ihrem Gewicht. Er hatte sie nie ersetzt, auch nie einen Gedanken daran vergeudet, denn ihm gefiel es ja...
  4. Ein neuer Versuch

    Es war mal wieder früh geworden und die aufgehende Sonne dröhnte in seinem Schädel wie eine Dudelsack- Kapelle. „Wieder ein genau so beschissener Tag wie alle anderen Tage. Was soll das alles überhaupt noch.“ Im Autoradio liefen die Nachrichten: „Kriege und Katastrophen, Hunger und Elend -...
  5. Was hält mich noch am Leben?

    - Was hält mich noch am Leben? - Was tut man, wenn einem die Energie erlischt? Wenn die Kraft, die einen morgens aus dem Bett hievt nicht mehr stark genug ist? Wenn der eigene Sinn des Lebens nicht mehr zu ergründen ist? Wenn man sich alleine fühlt? Wenn das Laster der Probleme für einen...
  6. Immer weiter

    Die Tachonadel verharrte zitternd. Sie wäre gerne weitergestiegen, aber die Zylinder gaben nicht mehr her. Richard jauchzte im Geschwindigkeitsrausch. Die Autobahn verlief schnurgerade und kleine Bodenwellen ließen das Fahrzeug sekundenlag durch die Luft fliegen. „Absolut geil!“ Er jagte über...
  7. Grau

    Er ist wieder gewachsen. Ich sehe ihn bereits von der Einfahrt aus, sein Auge beobachtet mich durch das Küchenfenster, starr und grau. Sein Blick folgt meinen Schritten bis zur Tür, dann wälzt er sich langsam in Richtung Flur. Ich höre das Schleifen seines massiven Körpers über den Holzboden...
  8. Ein Kästchen voller Hass

    Erna Goschinski hasste ihren Mann. Nun genügte es ihr allerdings mitnichten, diesen Hass für sich zu behalten, sich dann und wann an ihm zu nähren und ihn, wenn ein Tag besonders öde und leer war, hervorzuholen und ihn ein wenig zu betrachten um sich einen Moment der Erfülltheit zu bescheren...
  9. Mein zweites Problem

    „Um Gottes Willen, das ist ja entsetzlich.“ Er liebte diese Momente. Man sah den Menschen ins Gesicht und durfte dabei zusehen, was nur ein einziger Satz mit Ihnen anstellen konnte. Die meisten Bewerber standen im einen Moment noch zuversichtlich vor ihren Kreationen und direkt danach...
  10. Der Sumpf

    Der Sumpf Sam sah auf seine Uhr. Seit einer Stunde war es dunkel, seit einer halben warteten wir im Wohnzimmer. Ich holte mir ein Bier. „Auch eins? Entspannt dich vielleicht“, sagte ich. Er wippte in seinem Schaukelstuhl, ein wenig zu schnell, um ruhig zu wirken. Schaumtropfen spritzten aus...
  11. Relativer Blickwinkel

    Hast du je daran Gedacht, wie viel doch auch kleine Dinge wert sind, hast du? Nun, das ist die Geschichte der Ein-Euro-Münze mit dem ich mir die ganze Welt kaufte. So wie sie zu mir kam, ward sie letzlich auch wieder verschwunden. Aber gerade diese Rastlosigkeit zeichnet die Geschichte aller...
  12. Über das Lernen

    wieder bin ich im Auto (mein heimliches Wohnzimmer) unterwegs. So richtig da bin ich nicht. Die Landschaft fliegt an mir vorbei und meine Gedanken fliegen auch. Von einer Geschichte zur nächsten und dann doch wieder zur Ursprungsgeschichte zurück. Es geht mir gut. Das ist eine Feststellung. Geht...
  13. Copywrite Muchs Himmelfahrt

    Zittrig rasierte er sich vor dem beschlagenen Spiegel. Das gestern war eindeutig zu viel gewesen. Zu viel in jeder Hinsicht. Zu viel Alkohol, zu viel Koks, zu viel Frauen, zu viel Streit mit Mona, zu viel Unwesentliches. Wann sollte er jemals wieder einen klaren Kopf bekommen, um etwas...
  14. Im Eimer

    „Ziehen Sie mich aus, legen Sie mir die Maske an, binden Sie mir die Leine um den Hals, werfen Sie mich zu Boden und lassen Sie mich auf allen Vieren hinter Ihnen kriechen.“, sagt der Mann im Anzug und dem seidenen Hemd, dessen Gesicht ganz rot angelaufen ist. „Ziag di sölber aus, du...
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