Was ist neu

seltsam

Genre: seltsam

  1. Die zwanzigste Etage

    Ich rede mit dem kleinen, glatzköpfigen Mann. Er hört mir kaum zu, das kann ich deutlich erkennen, und früher hätte mir das ganz und gar nicht gefallen. Aber ich lächle freundlich und denke daran, was ich ihm damals dafür angetan hätte. Ich muss lächeln, wisst ihr, damit sie mich irgendwann...
  2. V

    Die kalte Zeit

    Am Morgen war ein junges Mädchen aus dem fünften Stock des Nachbarhauses in den Tod gestürzt. Julia und ich standen lange am Fenster und sahen zu, wie die Menschen versuchten zu helfen. Ich lud sie ein, mit mir am Abend auszugehen. Es gäbe hier ein gutes Fischrestaurant, sagte sie. Ich arbeitete...
  3. Tophs Verträge - Die Familie

    "Ich glaub, die Alte hat Fieber." "Noch ist ihr Leben nicht vorüber", flüsterte Heinrich, "also sprich nicht so über deine Mutter, sonst fängst du dir eine!" Ullrich verließ augenrollend das Zimmer. Heinrich saß neben dem Bett, auf dem seine Frau lag, und hielt ihre rechte Hand mit beiden Händen...
  4. Die Wellen

    Ich begegnete einem jungen Offizier. Sein Motor war mitten in der Luft zerrissen; Er war bei den Fallschirmjägern. Das heißt, er war zwar nicht der Pilot, wusste aber auch nicht, wo sich jener zu diesem Zeitpunkt aufhielt. Er war alleine am Strand gelandet, ich wohnte zu dieser Zeit auf einer...
  5. Blinzeln

    Wenn alle Freunde tot sind, hat es dann noch Sinn, zu leben? Anja wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Sie hatte sich selbst versprochen, nie wieder in ihrem alten Tagebuch zu lesen. Doch wie so viele davor, hatte sie nun auch dieses Versprechen gebrochen. Sie stand von dem Stuhl auf und...
  6. Hildebrandts Geheimnis

    1. Eröffnung Regieanweisung: Eine Frau in gelbem Parker (Anfang 30) geht durch eine häuserleere Allee, sie scheint etwas zu suchen. Nah an ihrem Ohr hält sie ein Diktiergerät und drückt auf play. Diktiergerät: ...ildebrandt, Professor Hildebrandt. Muss ihn finden... Hm, ob er noch so sein...
  7. Die große Stadt

    In Tokio Ich schlage die Augen auf und fühle mich leer. Ich fühle mich als würde ich in einem Augenblick der Zeit feststecken, wo es kein Vor und Zurück mehr gibt. Mein Zuhause sind zwei Quadratmetern, in einer Box eines Internetkaffees. Ich fühle mich schlecht, weil ich seit Monaten nichts...
  8. Die Königin hinter den Kulissen

    Zum Finale der Vorstellung färbt die Sonne das Himmelszelt, gleich dem Vorhang, der zum Ende eines Stückes die Bühne schließt, in tiefstes Karminrot. Der Moment, in dem sie untergeht, weilt und weilt, denn jeder Bewohner der Stadt, der Zeuge wird, nimmt sich die Zeit, bei diesem Anblick in...
  9. Der Parasitenmensch

    Ich atmete Milben aus, als wären meine Lungen alte Kopfkissen, die mit jedem Atemzug ein wenig durchgeschüttelt wurden. Gabriela - oder Gabi0804, wie sie sich im Internet genannt hatte - bemerkte es nicht, weil die widerlichen Hautfresser mit dem bloßen Auge nicht zu sehen waren. Mikroskopisch...
  10. Kamerafahrt

    Das, woran Sie mittels unsichtbarer aber nicht zu übersehender Schwerkraft also festgeklebt sind, ist nichts als ein verbeulter, vor sich hin tuckernder, wandernder aber ebenso festgeklebter Gesteinsklumpen mit Atmosphäre, die wir heute Morgen für Sie, damit Sie sie direkt erkennen und zuordnen...
  11. Bittersüßes Erwachen

    Seit langer Zeit gab es bei der Familie Maier wieder einmal ein Festessen. Ein Festessen, mit allen Schikanen wohlgemerkt, denn der Hans kehrte heute vom Krieg heim. Die gesammte Verwandtschaft wurde zusammengetrommelt und die Großmutter mühte sich in der Küche ab. Es war ein gemütlicher...
  12. Die Achtbeinige

    Die Achtbeinige Es war nicht das erste Mal, dass Jeremias Brandner zu einem Einsatz dieser Art gerufen wurde. Wenn er jene Zeit hinzurechnete, in der er für die Stadt die Abwasserkanäle von Ratten gesäubert hatte, hatte er weit über vier Jahrzehnte als Kammerjäger auf dem Buckel. Auch der...
  13. Unbeugsames Fließen

    Tanzen. Endlich wieder tanzen. Ich dränge mich in die Menge, heute ist’s mal wieder voll. Schon beim reinkommen atme ich quasi nur noch Wasserdampf ein. Es ist heiß, stickig und voll. An der Decke des Clubs sind in regelmäßigen abständen Lampen angebracht, die je nach Beat anders aufleuchten...
  14. Der Junge und sein Spielzeug

    Der Junge und sein Spielzeug Es war ein stinknormaler Tag in einer stinknormalen Kleinstadt. Wie so oft vertrieben wir uns die Zeit damit Gras zu rauchen. Wir taten es nicht, weil es cool war oder sonst was. Nein! Es war einfach ein gutes Gefühl. Wir haben die Zeit miteinander genossen. Am...
  15. Sätze ändern dich

    „Fuck! Das hat die nicht ernsthaft gesagt!“, dachte ich entsetzt. Ich blicke schnell rüber zu Mark. Sein Blick sagt alles. Pures Entsetzen in seinen Augen. Er hatte es also auch gehört. Ein Satz nahm uns den Boden unter unseren Füßen. Dieser eine Satz knallte so viel Adrenalin in unsere Adern...
  16. Flüstern

    Es war ein anstrengender Tag an meinem Arbeitsplatz. Viele Telefonate und das endlose Tippen auf der Tastatur meines treuesten Kollegen. Viele Aufträge und kein Ende in Sicht. Als meine Armbanduhr mir den Feierabend gebot, setzte ich mich in meinen Wagen und versuchte Abstand von all dem Stress...
  17. Der Junge vom Land

    „Es ist ziemlich klein, unser Dorf, in dem vielleicht um die dreihundert Menschen wohnen. Dazu ist es ziemlich von der Aussenwelt abgeschnitten, man könnte sagen so ein typisches Bauernkaff halt und wir haben hier gerade mal einen Supermarkt und einen Bahnhof. Eine kleine Landstrasse und der all...
  18. Im Hause Wilson stimmt was nicht!

    Etwas stimmte nicht im Hause Wilson. Als der Hausvorstand Wilhelm Wilson mit Fieber im Bett lag, hatte sich niemand gewundert. Schließlich ging eine Grippewelle um und eine warme Stirn war in etwa so überraschend wie ein Donnergrollen bei Gewitter. Dann kam das Sprechen in fremden Zungen...
  19. Therapie

    Nervös strich er mit den Fingern über das schwarze Leder, mit dem der Stuhl überzogen war. "Glauben Sie, dass ich verrückt bin?" Er hob langsam den Blick und sah in das neutrale Gesicht des Psychiaters. "Ich glaube, dass Sie Hilfe brauchen." Matthias nickte und fuhr sich mit der Hand über den...
  20. Norbertt

    Norbertt stand in einem weiten Feld aus Mohn, der sich wie Blut an allen Seiten zum Horizont ergoss. Seine Hände strichen durch die roten Blüten und eine warme Brise strich um seinen Körper. Der Himmel war blau und obwohl keine Sonne zu sehen war, war er grell und heizte das Feld unter ihm auf...

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