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sonstige

Genre: sonstige

  1. Marie

    Es ist immer morgens und meistens neblig, wenn ich mich mit Marie treffe. Selbstverständlich liegt eine gewisse Heimlichkeit in unseren Begegnungen. Keiner von uns verliert darüber ein Wort. Das erste Mal, dass ich Marie traf, war an einem Freitag – solche Dinge geschehen immer an einem Freitag...
  2. Des Teufels Klopfen

    Gestern, Sonntag, Jahrhundert-Palais Stuttgart. Meine Freundin, Jasmin, und ich hatten noch zwei Karten für die Tribüne erwischt. Wir fanden unsere Sitzplätze und stellten fest, dass es keine besseren geben konnte, um die Grandiosen Drei aus nächster Nähe zu erleben. Bis dahin versprach der...
  3. Der Träumer

    Ich bin an einem schönen Tag im Mai geboren. Meine Mama Utopia ist eine ruhige, liebe Frau. Sie hält zwar nicht so viel von den Menschen, aber sie hat mir alles gezeigt und erklärt, was ich wissen wollte. So wuchs ich in einer freundlichen Umgebung bei einer netten Familie auf. Als ich alt...
  4. Alfred

    Er fuhr voller Spannung zu seiner Familie. Ein wichtiges Treffen, wurde ihm gesagt. Eine Versammlung von Mutter, Vater, Sohn und Sohn. Alfred war Sohn. Der zweite. Der jüngste der Familie und gleichzeitig das sogenannte "schwarze Schaaf". Alfred konnte machen was er wollte, es gelang ihm nicht...
  5. In aller Öffentlichkeit

    In aller Öffentlichkeit Sie schließt die Tür hinter sich zu, zieht ihre Schuhe aus, wechselt von ungemütlicher zu gemütlicher Kleidung. Sie bezieht das Bett neben ihrem. Sie macht es sich bequem. Einige Stunden Ruhe, bevor Clara sie abholen kommt, werden ihr gut tun. Sie sitzt auf dem Sofa...
  6. Im Führerhaus

    Der Qualm im Führerhaus wurde immer dichter, dabei war der Tank schon seit fast fünfzig Kilometern völlig leer. Die Nadel der Tankanzeige hatte sich schon vor Stunden niedergelegt und war auch nicht mehr aufgestanden. Es war unbegreiflich, dass dieses Stück deutscher Ingenieurskunst immer noch...
  7. Wie das Schreiben vom Schlafen abhängt

    Du erwachst und öffnest nur langsam die Augen. Aber alles, was du siehst, ist das Leuchten der Weckeranzeige, es ist tiefste Nacht. Du bist hundemüde, fühlst dich wie erschlagen und dein Schädel brummt. Doch ist an Schlaf nicht mehr zu denken, denn auf deiner trockenen Zunge liegen Worte, die...
  8. Eine Nacht im Juli

    Eine Nacht im Juli Cesarias ebenen dunklen Brüste wippten im Takt der Musik. Sie hatte lange nicht mehr so getanzt. In dieser Nacht im Arkadia, war sie wieder zu Hause. Ihr rhythmisches Spiel verebbte für einen kurzen Moment. Diebisch lächelnd schlich sie zu dem schlafenden, zerrupften Ding aus...
  9. Wahrhaft auserwählt

    Frierend schlang das Mädchen den langen Mantel enger um sich, als es vom Bauernhaus hinüber zum Stall lief und sich vor dem kalten Wind duckte. Die Bäume waren mit schwerem Schnee behangen und ihre Stiefel knirschten auf dem Weg. Es war ein eisiger Winter dieses Jahr und sie hatte sich selbst...
  10. Der Geburtstag

    Früher war ich einmal ein normaler Teenager, nicht immer zufrieden mit sich, oft unzufrieden mit der Welt und meistens unzufrieden mit den eigenen Eltern. Ich heiße…, hieß Hanna. Ein Ereignis veränderte mein Leben, denn jetzt bin ich tot. Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen, meine...
  11. Dein Lied

    Unfähig, mit Menschen zu leben, zu reden. Vollständiges Versinken in mich. Stumpf, gedankenlos, ängstlich. Ich habe nichts mitzuteilen, niemals, niemanden. (Franz Kafka) Die innere Leere konnte einem äußerst willkommen sein, wenn man die meiste Zeit befürchten musste, vor Gedanken...
  12. Common Cold

    Ein Klingeln ertönt in der Stille, die selten von einem vorbeifahrenden Schnellzug durchbrochen wird. Die Geräusche der Stadt nimmt er kaum noch wahr. Das Bellen des Nachbarhundes hatte ihn beim Einzug gestört, jetzt denkt er darüber nach sich selbst einen Hund anzuschaffen - eines der vielen...
  13. Gestatten, Max

    Gestatten, Max Gestatten mein Name ist Max. Meistens jedoch ruft man mich Mäxchen, manchmal bekomme ich aber auch andere Kosenamen, wie alte Ratte, Süßer oder blöder Köter und ähnliches! Ich bin meines Zeichens ein Jack Russel Terrier unbekannter Herkunft. Mein Leben ist bisher ein einziges...
  14. Angst

    Es gibt Tage da ist Sie unsichtbar. Und dann gibt es Tage , dort ist Sie fast greifbar. Sie beherrscht mich. Ein Monster in meinem Kopf. Ein Monster in meinem Körper. Morgens wache ich auf und Sie ist direkt da. Nur mühevoll komme ich aus dem Bett und schaffe es ins Bad. Im Spiegelbild sehe...
  15. Und wieder ein Tag

    Und wieder ein Tag Es dämmert. Ein neuer Tag bricht an. Es fühlt sich an als hätte ich die ganze Nacht kein Auge zugemacht, nur mühsam kann ich die Augen öffnen. Warum schlafe ich nur so schlecht in letzter Zeit? Ich drehe mich zu deiner Seite des Bettes. Du bist ja gar nicht da. Du bist weg...
  16. Zu spät.

    Die Haustür schlug zu. Das alles war endgültig. Calito war jetzt weg, für immer. Meine beiden kleinen Söhne kamen mit leisen Füßen die Treppe hinunter und sahen mich mit großen Augen an. „Ist er weg?“, fragten sie. „Ja, Calito ist weg“, sagte ich leise, und es stach in meiner Brust, als ich die...
  17. Ein Schuss Bosheit

    Meine Eltern sagten immer, Wohnungswechsel seien unverzichtbarer Bestandteil eines jeden Empathietrainings, als ob das der Grund gewesen wäre, mit mir von Barby nach Heitzburg überzusiedeln. Wenn ich aus diesem Umzug, den dritten in zwei Jahren, etwas gewonnen habe, dann die Einsicht, dass sich...
  18. Mein Lieblingssterbedatum

    Mein Lieblingssterbedatum Wie immer loggte ich mich bei SchülerVZ ein. Ich hatte eine neue Freundschaftsanfrage von „Hot, Hotter, Enrico“. Haha, sweetgirl (das war ich) und Hot, Hotter, Enrico, dachte ich. Ich klickte auf Bestätigen und sah mir Enricos Profil an. Es war recht kurz, aber lustig...
  19. Bis zum Grund

    Mein Kopf ist leer. Er fühlt sich seltsam an. Hohl. Es pocht darin. Ich verspüre das Bedürfnis, ihn lange unter eiskaltes Wasser zu halten. Ich schüttele ihn. Die verzweifelte Hoffnung, das irgendetwas herausfällt. Aber jetzt wäre es ohnehin zu spät. Da mich meine eigenen Gedanken im Stich...
  20. Martha, warum isst Du denn nichts

    Seit dem Aufstehen fühlten sich die Beine von Jakob schwabbelig an, leichter Schwindel beeinträchtigte sein Gleichgewicht. Auch der Herzschlag schien ihm unregelmässig. Der Kreislauf, ärgerte er sich. An die Tür des Ladengeschäfts hängte er ein Schild mit der Aufschrift «Heute geschlossen». Es...
  21. Die Flut

    Dieser Regen will nicht aufhören. Die Wolke über mir bricht zusammen. Keiner fängt sie auf. Stürzt einfach runter. Ich steh auf dem Balkon, lass es mir gefallen. Bin im Pyjama. Warte auf das Bad. Sie duscht zu lange. Es kratzt mich am Nacken. Ich lass es kratzen. Nie kratzen, wenn es juckt, hat...

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