Was ist neu

sonstige

Genre: sonstige

  1. My only friend - the end

    Die Kerze brennt. Erfüllte ihr Schein mein dunkles Inneres früher noch mit Wärme und Licht, Liebe und Sehnsucht, so sticht ihr Licht heute nur noch in meinen Augen und verwehrt mir für einige Momente den Blick auf alles, was meine Augen versuchen zu erfassen. Ich sehe genauso viel wie immer...
  2. Die ovidische Ratte

    Es ist ein Traum. Das alte Rom. Brutal und ästhetisch, intellektuell und bestialisch. Die Brücke zur Antike, in meinen Träumen kann ich sie gehen, wenn der innere Projektor läuft, und Neonröhren zu Fackeln, Betonbauten zu Marmorpalästen und Kritzeleien auf Papier zu Kunstwerken auf Papyrus...
  3. Timoteos Reise

    Sie ist eigentlich viel zu groß für ihn. Beinahe verschwindet Timoteo hinter der Gitarre, wenn er sie auf seine Knie legt. Er kann gerade mit seiner Nasenspitze über ihr hervorspähen. Und seine Arme sind zu kurz, viel zu kurz. „Gitarre, das kannst du lernen, wenn du größer bist“, hatte sein...
  4. Die Sache mit den Bratkartoffeln

    Plötzlich fallen mir die Bratkartoffeln ein. Sie sind mit Sicherheit schon angebrannt, vielleicht steht schon die ganze Küche in Flammen! Ich will gerade aufspringen, um eventuelle Feuer zu löschen, da fällt mir ein, dass ich mir doch gestern schon Bratkartoffeln gemacht habe. Mit viel Butter...
  5. Das Geständnis

    Es war bereits Mitternacht als Vincenzo seinen alten Freund Gennaro aufsuchte, um ihm ein Geheimnis anzuvertrauen, welches er nun bereits seit über vierzig Jahren hütete. Vincenzo und Gennaro waren bereits seit Kindertagen miteinander befreundet und hatten alle Höhen und Tiefen in ihrem Leben...
  6. Rosa und Carmel

    Rosa und Carmel An einem regnerischen Morgen im November 2008, stürmte die Polizei ein abgelegenes, ehemaliges Gutshaus im Herzen der Lombardei, nahe der Stadt Lodi, und grub dort Dutzende kleiner, menschlicher Skelette im Keller aus. Außerdem fand man reichlich Filmmaterial, auf welchem hoch...
  7. Metamorphose

    Mit krachender Wucht schlägt ein riesiges Trumm schwarzen Stahls durch das Dach. Der Holztisch im Esszimmer birst, ein Stuhl, mit buntem Stoff bespannt, kippt um. Schon erreicht ein weiterer kraftvoller Stoß den Flur im Erdgeschoss. Im Wohnzimmer kippen Schränke, verschieben sich Wände und die...
  8. Ruhe sanft

    Heute beginnt die Nacht mit Einbruch der Dunkelheit, früher begann sie, wenn ich morgens die Augen öffnete ... Nach fünfzehn Jahren zu meinem Vater zurückzukehren, war schon ein komisches Gefühl. Dass der Grund meines Besuches seine Beerdigung war, machte es nicht gerade angenehmer. Nein, ich...
  9. Ein letzter klarer Moment

    Ein kleiner Funke schwebte durch den Raum, durch diesen wunderschönen Raum. Langsam begann er zu verblassen, erglühte noch ein letztes Mal, bevor er nur noch Asche war und auf seiner ausgestreckten Hand landete. Von diesem Funken war genauso viel geblieben wie von ihm selbst und vom seinem Glanz...
  10. Mia

    MIA Das kleine Mädchen hob den Kopf. Er war schwer vom Weinen und vor Müdigkeit. Viele Menschen waren vorbei gegangen. Keiner hatte etwas unternommen. Alle waren sie mit gesenktem Blick hastig an ihr vorbei geeilt. Manche hatten auch bloß geschaut. Aber alle waren sie weiter gegangen. Hastig...
  11. Warum ich in kurzärmeligen Hemden keine Rolltreppen mehr benutze

    Wir standen hinter den Stores und kicherten. Erst wenige Tage zuvor war mir die Flucht vor den Außerirdischen geglückt, die mich entführt hatten, um eine Reihe von zwar schmerzfreien, aber höchst nervenaufreibenden Experimenten an mir durchzuführen – unter anderem wurde mir ein...
  12. Urubu

    Du bist so hässlich, Urubu. Schau mich nicht so an mit deinen nackten Augen. So richtig unschuldig, treuherzig blickst du auf mich herab. Mich ekelt vor dir. Ich kenne dich, Urubu. Für dich gibt es keine Treue, kein Mitleid, keine Scham. Nur die Gier ist dein Herr. Du hackst deinen Brüdern die...
  13. Äffchen

    Wo bist du mein Äffchen. Ich suche dich Ich habe dich von klein auf Äffchen genannt. Mutter hielt dich am Tag deiner Geburt im Arm und du hattest überall Haare. Du warst ein Äffchen. Ein Wunderschönes. Ich habe dich sofort in mein Herz geschlossen. Mein kleiner Bruder. Vom ersten Augenblick...
  14. sunt lacrimae rerum

    Ihre Freundschaft war von ungewöhnlicher Intensität, selbst das Spannungsverhältnis zwischen erotischer Anziehung und besseren Wissens um den Wert der Freundschaft vermochte sie nicht zu zerreißen. Während des Studiums, als ihre Kassen so leer waren wir ihr kleiner Kühlschrank, lebten sie...
  15. Vor der Tür

    Ich bin auf dem Weg nach Hause. Ich gehe ganz langsam. Wie langsam kann man gehen? Wo ist wohl der Rekord? Warum bin ich überhaupt wieder früher gegangen? Die zwei Stunden Mathe hätte ich auch noch geschafft. Ich wollte einfach nicht mehr. Es ist ja auch ganz einfach. Zu Frau Hartwald gehen...
  16. 3 Sekunden

    3 Sekunden Er stellt sein Glas auf den Nachttisch. Während er mit geschlossenen Augen auf seinem Bett liegt ist es ihm egal ob er nun etwas verschüttet oder nicht. Er liegt da und hört nichts, weiß aber, dass er in seinem Zimmer ist. Er macht die Augen auf und schaut umher, aber er kann ihn...
  17. Ich

    Meine Faust trifft dich mitten ins Gesicht. Dein Kopf schnappt zurück, Blut schießt aus deiner Nase und du fällst getroffen zu Boden. Um uns ist es dunkel. Während du langsam gen Boden zusammensackst und mein Schwarz mit deinem Rot vermischst, schaue ich auf meine Hand. Vieles hat sie bisher...
  18. Die Nacht friert nie

    Ich bin mir nicht sicher, ob es sein Gesicht ist. Ob es seine Augen sind oder sein Mund, der reglos über dem Kinn liegt. Er sieht aus wie ein Gemälde, nicht wirklich. Die kalte Hand liegt in meiner, als ich mit der anderen versuche seine Wange zu berühren, um sanft mit den Fingerspitzen am...
  19. Forschung

    Forschung Ich spazierte ziellos durch die Stadt. Nicht, dass ich nichts zu tun gehabt hätte. Ich musste eine Arbeit erledigen, einen wissenschaftlichen Text schreiben, obwohl ich das eigentlich nicht wissenschaftlich nennen würde. Wissenschaftliche Forschung war für mich schon immer das, was...
  20. Das Verlies

    Neunundzwanzig Jahre sind seid Helios’ Gefangennahme vergangen. Neunundzwanzig Jahre hatte er nun schon in diesem Verlies gesessen, tief unter der Erde, wo kein Licht existierte. Dies war der Ort, der im der Vertrauteste war, obwohl er nie auch nur einen Stein aus dessen feuchten Wänden zu...
  21. Rein

    Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht wer du bist. Ich weiß nicht, was du von mir willst. Ich weiß es nicht... Wieso stehst du dort vor mir? Wieso hältst du mir deine Hand entgegen? Zeigst du auf mich? Willst du etwas von mir? Wer bist du? Deine Hand...was tut sie? Du reckst sie mir entgegen, hörst...

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