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sonstige

Genre: sonstige

  1. Urubu

    Du bist so hässlich, Urubu. Schau mich nicht so an mit deinen nackten Augen. So richtig unschuldig, treuherzig blickst du auf mich herab. Mich ekelt vor dir. Ich kenne dich, Urubu. Für dich gibt es keine Treue, kein Mitleid, keine Scham. Nur die Gier ist dein Herr. Du hackst deinen Brüdern die...
  2. Äffchen

    Wo bist du mein Äffchen. Ich suche dich Ich habe dich von klein auf Äffchen genannt. Mutter hielt dich am Tag deiner Geburt im Arm und du hattest überall Haare. Du warst ein Äffchen. Ein Wunderschönes. Ich habe dich sofort in mein Herz geschlossen. Mein kleiner Bruder. Vom ersten Augenblick...
  3. sunt lacrimae rerum

    Ihre Freundschaft war von ungewöhnlicher Intensität, selbst das Spannungsverhältnis zwischen erotischer Anziehung und besseren Wissens um den Wert der Freundschaft vermochte sie nicht zu zerreißen. Während des Studiums, als ihre Kassen so leer waren wir ihr kleiner Kühlschrank, lebten sie...
  4. Vor der Tür

    Ich bin auf dem Weg nach Hause. Ich gehe ganz langsam. Wie langsam kann man gehen? Wo ist wohl der Rekord? Warum bin ich überhaupt wieder früher gegangen? Die zwei Stunden Mathe hätte ich auch noch geschafft. Ich wollte einfach nicht mehr. Es ist ja auch ganz einfach. Zu Frau Hartwald gehen...
  5. 3 Sekunden

    3 Sekunden Er stellt sein Glas auf den Nachttisch. Während er mit geschlossenen Augen auf seinem Bett liegt ist es ihm egal ob er nun etwas verschüttet oder nicht. Er liegt da und hört nichts, weiß aber, dass er in seinem Zimmer ist. Er macht die Augen auf und schaut umher, aber er kann ihn...
  6. Ich

    Meine Faust trifft dich mitten ins Gesicht. Dein Kopf schnappt zurück, Blut schießt aus deiner Nase und du fällst getroffen zu Boden. Um uns ist es dunkel. Während du langsam gen Boden zusammensackst und mein Schwarz mit deinem Rot vermischst, schaue ich auf meine Hand. Vieles hat sie bisher...
  7. Die Nacht friert nie

    Ich bin mir nicht sicher, ob es sein Gesicht ist. Ob es seine Augen sind oder sein Mund, der reglos über dem Kinn liegt. Er sieht aus wie ein Gemälde, nicht wirklich. Die kalte Hand liegt in meiner, als ich mit der anderen versuche seine Wange zu berühren, um sanft mit den Fingerspitzen am...
  8. Forschung

    Forschung Ich spazierte ziellos durch die Stadt. Nicht, dass ich nichts zu tun gehabt hätte. Ich musste eine Arbeit erledigen, einen wissenschaftlichen Text schreiben, obwohl ich das eigentlich nicht wissenschaftlich nennen würde. Wissenschaftliche Forschung war für mich schon immer das, was...
  9. Das Verlies

    Neunundzwanzig Jahre sind seid Helios’ Gefangennahme vergangen. Neunundzwanzig Jahre hatte er nun schon in diesem Verlies gesessen, tief unter der Erde, wo kein Licht existierte. Dies war der Ort, der im der Vertrauteste war, obwohl er nie auch nur einen Stein aus dessen feuchten Wänden zu...
  10. Rein

    Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht wer du bist. Ich weiß nicht, was du von mir willst. Ich weiß es nicht... Wieso stehst du dort vor mir? Wieso hältst du mir deine Hand entgegen? Zeigst du auf mich? Willst du etwas von mir? Wer bist du? Deine Hand...was tut sie? Du reckst sie mir entgegen, hörst...
  11. Meine "Fünfzehn"

    Meine „Fünfzehn“ Ich hatte schon lange nicht mehr geschrieben. Und es hatte vor mir schon seit langem kein weißes leeres Blatt Papier mehr gelegen. Jetzt starrte ich es an. Wie sollte ich mit meiner Geschichte anfangen? „Schreibt den Schluss der Geschichte zu Hause. Ich werde die Hausaufgaben...
  12. Nachmittags

    Es ist ein sonniger Spätsommernachmittag. Vernichtung durchschneidet mit einem leisen Wusch die Luft. Unaufhaltsam zieht sie ihre Bahn, den Tod als Anhalter mit dabei. Am Ende ihrer Reise wird er sie verlassen und sich der Opfer annehmen. »Gibt es hier denn gar keine Nahrung mehr? Jeden Tag...
  13. Unter dem Birnbaum

    Sie hatte die Augen fest geschlossen und sog beim Einatmen die würzige Sommerluft mit ihrem Geruch nach Gras, Blumen und Kräutern tief in ihre Lungen ein. Das Summen von Bienen und Hummeln drang in ihr Ohr wie auch das Zirpen der Heuschrecken, während der Wind über ihre Haut strich, ihre Haare...
  14. Don Luis hat mal ein Haus gebumst

    Sie erreichten Salamanca am frühen Nachmittag. Unterwegs hatten sie zu Mittag gegessen, üppig und schmackhaft wie es im Norden üblich war. Don Luis war jetzt schweigsam geworden. Sein Sohn Carlos auf das Autofahren und auf die Orientierung in einer ungewohnten Umgebung konzentriert. Die Adresse...
  15. Da fehlt doch was

    Franz kam mit knallrotem Kopf aus dem Büro des Steuerberaters. Das gibts doch nicht, dass die mir schon wieder sogut wie die Hälfte abzwacken wollen. Ja, bin ich denn ein Groβunternehmer? Spinnen die? Da bleibt einem ja gar nichts mehr. Dazu noch Sozialversicherung, Lohnsteuer...
  16. Vollkommen

    Die Wüste...sie ist vollkommen. Sie ist leer. Nur der Sand unter meinen Füßen lässt mich begreifen, dass ich immer noch hier, an diesem Ort bin und nicht im Paradies. Die Sandkörner, die von einem animalisch blasenden Wind durch die Luft getrieben werden zerkratzen meine Haut, zerschneiden sie...
  17. Von der unendlichen Weite zwischen den Zeilen

    „Äpfel! Welch kernige Kraft allein aus diesem Wort erblüht, goldgelb und vitalrot aus grünen Baumkronen herableuchtend, sinnbildliche, urstrotzende Lebendigkeit, die unserem Übermut Flügel verleiht und unseren Flügeln Übermut, und doch ist stets ein Hauch süßsauren Sündenfalls zu erahnen...
  18. Wie die Zeit vergeht …

    “Jetzt sind es schon fünf Monate. Wie die Zeit vergeht! Ich fühle, wie du wächst, wie du meinen Körper veränderst. Manchmal sehe ich dich vor mir: deine Händchen, die Arme, wie du strampelst, dein zartes Gesicht ... Du hast die ehrlichen, schwarzen Augen deines Vaters. Die Pendlerin sagt, du...
  19. Bis zur nächsten Laterne

    Dave tanzte. Er tanzte mitten auf der Straße. Seine Hände tanzten im Himmel, aus dem Himmel ergossen sich kleine Tropfen warmen Regens. Sie fielen auf sein Gesicht, umspülten und mischten seine Tränen. Er lachte einmal laut und tanzte weiter. Seine sich drehenden Schritte brachten ihn...
  20. Der Hochstapler

    Ich bin ein Hochstapler. Ich täusche vor, dass es mir gutgeht. Es gibt diesen Drang in mir, diese Sucht nach Bewunderung. Hin und wieder treibe ich es zu weit, doch nie kommt mir jemand auf die Schliche. Die Leute lassen sich gerne blenden! Wenn ich knapp mit einer meiner Aktionen davonkomme...
  21. Das Fresspaket

    “Wo warst du denn so lange? Ich hab´ Dich schon am Dienstag erwartet. Komm rein, mein Sohn, setz Dich!” Ehe er auf dem Bänkchen hinter den Tisch gerückt war, hatte Doña Maria ihm schon einen Teller mit Chili vorgesetzt. “Hab´ ich heute gemacht. Greif zu, mein Sohn!” Santi ließ sich nicht...

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