Was ist neu

erotik

  1. Unsere Insel

    Unsere Insel „Die Welt ist schön und wert, dass man um sie kämpft.“ - Hemingway Ich blickte aus dem Fenster des McDonalds; dort fuhren die tonnenschweren Trucks vorbei, der Himmel war orange, in manchen Ecken sogar fliederfarben. Ich sah die Welt und ich war, wie immer, nicht da, sie hatte...
  2. Herr Sander

    Diese Hand ist nicht meine. Sie gehört einem fremden, schönen und starken Mann. Diese Hand fährt zärtlich über meinen Unterarm, gleitet sacht über die Härchen, die sich sogleich aufstellen. Ein wohliger Schauer fährt mir über den Rücken und ich lege den Kopf in den Nacken, schaue nach oben...
  3. Du bleibst doch immer, was du bist

    Josh dreht sich weg von ihr, durchwühlt die Kleidung, um nach der Zigarettenschachtel zu suchen, flucht leise, bis er fündig wird. Wie viel Wärme, wie viel Sehnsucht ihr Körper abstrahlt. Er öffnet das Fenster. Mit dem Daumen lässt er die Klappe des Benzinfeuerzeugs nach oben schnellen, bewegt...
  4. Im Gewächshaus

    Wie Schmetterlingskokons warten die Knospen der Magnolie darauf, dass es Frühling wird. Als könnte es jeden Tag losgehen. Als gäbe es den langen, dunklen Winter nicht. Helene steht im Gewächshaus und spürt ihn bereits in den Knochen. Sie setzt sich schwerfällig auf die Bank zwischen den...
  5. Ein Tag am Strand

    Ich konnte mir nichts, aber auch gar nichts vorstellen, auf das ich gerade weniger Bock hatte, als mit Frau und Kindern eine beschissene Sandburg zu bauen. Die Siebenjährige war ähnlich motiviert wie ich und der Dreijährige schien keinen Grund zu kennen, seine Mutter nicht mit Sand zu bewerfen...
  6. Franka und Freya

    Ich kam von der Unibibliothek, es war so gegen ein Uhr am Nachmittag. Es war ein heißer, schwüler Tag, das weiß ich noch. Ich öffnete die Tür zu meinem bescheidenen Studentenzimmer, und ich sah es sofort. Das Blinken. Das Blinken der roten Digitalanzeige meines frisch erworbenen...
  7. Dabei sein ist nicht alles

    Anton bekam feuchte Augen, als seine Frau sagte, sie sei schwanger. Er ging abends für Marlen zum Kiosk, wenn sie Chips, Eis und China-Nudeln essen wollte, richtete das Kinderzimmer ein, begleitete sie zu den Vorsorgeuntersuchungen und später zum Geburtsvorbereitungskurs. Zu Hause streichelte...
  8. Fast wie früher

    Kurz nach halb drei nachts betrat Patricia leise den Flur. Matheus schlief schon. Ein indirektes Licht durchzog die Wohnung. Sie lies sich in die Couch fallen. Wohltuend befreite sie ihre Füße von den Highheels. War sie doch schon seit gestern 6 Uhr abends unterwegs. Eine Fußmassage ihres...
  9. Meeresfrüchte

    Sabine rekelte sich wohlig im Halbschlaf. Sie fühlte sich schwer und weich, spürte den Wind über ihre Haut streichen und Wellen ihre Füße hoch und hinunterspülen. Wie war sie hierher gekommen? Halb entschlossen versuchte sie, sich zu erinnern. Da waren Igors Lippen. Fordernder, immer wilder...
  10. Voyeur

    Abends ging er zu den Mündern, zu den Zungen, die sich ineinander verschlangen, zu Händen, die sich unter Röcke schoben, die tasteten, fühlten, forderten. Er wusste, was sie suchten, er wusste, wann sie ihr Ziel erreichten, erkannte es an ihren Seufzern und an ihren Schenkeln, die sich öffneten...
  11. Erotik in Minga: Die Gottesanbeterin

    »Ich habe jemanden umgebracht.« Sara beobachtete Moritz, der zurückgelehnt auf dem transparenten Plastikstuhl des Schwabinger Bistros saß. Moritz lachte auf und schlug sich auf den rechten Oberschenkel. »Guter …« Sie schwieg, sah ihn nur an. Moritz verstummte. Die Stille begann, unangenehm zu...
  12. Fellatio

    Als ich mich auf den kratzigen Teppich kniete, zumindest ist es in meinen Erinnerungen ein Teppich, vielleicht hat er eigentlich Holzboden in seinem Schlafzimmer oder kalte, graue Fliesen, eigentlich auch egal, ich kniete mich auf den kratzigen Teppich und öffnete den Mund. Die Zunge ließ ich...
  13. Alle Menschen sollen glücklich sein

    Er hatte sie unten beim Chinesen getroffen, gleich bei ihm um die Ecke. Dort saß er fast jeden Mittag und aß Reis mit Huhn, manchmal auch etwas anderes. Es war viel, billig und schmeckte einigermaßen. Plötzlich stand sie neben ihm, als er sein Essen vertilgte, und lächelte. Er sah sie verwundert...
  14. Blütenstaub

    Blütenstaub Der Stock war warm. Zum ersten Mal im neuen Jahr. Die anderen waren schon den ganzen Tag fleißig, nur ich war noch etwas träge von der kühlen Nacht. Meine Flügel waren noch leicht verklebt, doch als ich durch das Flugloch krabbelte und in die Sonne blinzelte und diese meinen Körper...
  15. Morgens in Köln

    Er hatte am Vorabend vergessen den Wecker zu stellen, und wurde wach, als es schon viel zu spät war. Er war aufgesprungen, hatte sich in Windeseile fertig gemacht und war aus dem Haus gestürmt. Als er um die Ecke bog, fuhr die Strassenbahn gerade ein. Mit einem Sprint erreichte er die Bahn in...
  16. Haut

    Ich war zwölf, vielleicht dreizehn Jahre alt. Wir waren auf Klassenfahrt im Nirgendwo, aber es war aufregend, weil wir nicht zuhause waren und die Lehrer die Zügel locker ließen. Alle Jungs unserer Klasse waren in Annemarie verliebt. Ich auch. Ich war verliebt in ihr rundliches Gesicht, die...
  17. Zwischen den Wintermänteln

    Meine Frau hat im Januar damit angefangen, mich zu betrügen. In unserem eigenem Zuhause. Glaube ich zumindest. Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, ob man es unter den gegebenen Umständen wirklich Fremdgehen nennen kann. Mittlerweile verschwindet sie jede Nacht aus unserem Ehebett. Sie...
  18. Lynn

    Eingänge bis Mitternacht werden berücksichtigt. Verdammte Hacke. Es ist viel zu heiß zum Denken, wie sollte es früh abends im August auch anders sein? Klar habe ich zu spät angefangen, wie immer, aber die Einsicht verschafft mir keinen Aufschub. Meine linke Hand tut, was sie will, scribbelt...
  19. Darf ich bitten?

    Darf ich bitten? Schon wieder einmal hat die Bahn Verspätung. Mein Gesicht spiegelt sich in den Scheiben, draußen ist es bereits dunkel. Ich sehe die Menschen auf der anderen Seite des Ganges. Einige lesen, Andere schlafen. Ein Pärchen küsst sich hingebungsvoll. Der Zug fährt in die Haltestelle...
  20. Wie ich Schriftsteller wurde oder auch nicht!

    Ein Hauch von Nichts. Ein Nichts in einem Volkswagen Passat Kombi, das auf dem hintersten Parkplatz eines Discounters weit weg von der üblichen Kundschaft parkt und durch die mit Fliegendreck verschmutzte Frontscheibe glotzt, als würde es gleich seine .57er aus dem Handschuhfach nehmen und sie...
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