Was ist neu

seltsam

  1. Farbeimer

    In den Ecken wurde es dunkler. Aus den Ritzen und Rissen im Gestein quollen die Schatten, die sich ans morgendliche Licht herantasteten und dieses immer weiter zurücktrieben. Bald war schon jede Ecke in Dunkelheit getaucht, gleich darauf waren es die Wände, die Decke, selbst die Fenster. Ich...
  2. Mafiant - oder der Elefant im Raum

    Das Haus steht neben der riesigen Holzschnitzerei, die einen Baum darstellt, nicht weit entfernt vom Zoo, der über dem Rathaus an keiner Straße steht. Auf dem Boden sitzen Frösche, die keinen Mucks sagen und sich bald als einfache Blätter entpuppen, die ständig quaken. Der Wind rauscht in den...
  3. Rosenmoos

    Das frische Moos umhüllte ihre nackten Füße. Fast schwebend rannte sie über den noch taufrischen Waldboden. Sie hielt an, atmete aus, legte sich auf den leicht feuchten Boden und blickte auf. Ein bläulich/lilafarbener Himmel war ihre Sicht. Sie lachte. So schön war es gewesen, damals mit ihrem...
  4. Mondquell

    Was eine geniale Aussicht. Diese Landschaft verströmt so viel Mystisches und Archaisches, dass ich mir am liebsten die Kleider vom Leib reißen würde, um still für immer in den Wäldern zu verschwinden. Natürlich würde ich keine zwei Tage überleben und hätte vermutlich schon nach den ersten fünf...
  5. Im Raub der Hoffnung

    Lu zog die schwere Tür hinter sich zu, drehte den Schlüssel zweimal, bis ihr das Einrastgeräusch des Schlosses versicherte, dass sie das Büro nun übers Wochenende sich selbst überlassen konnte. Feierabend: ein unpassendes Wort wie sie fand, denn feierlich mit Sekt und Party den Abend ausklingen...
  6. Es ist Zeit

    - Kapitel 1 - Raumstation Excidium – wenn es nach ihnen ginge, mein neues Zuhause. Ich versteckte mich und beobachtete, wie der General mit seinem Assistenten sprach. Es gab Pläne für eine neue Bio-Waffe. Sie würden die Erde bald vollständig unter Kontrolle haben. Wir mussten etwas tun! Und wir...
  7. Beschränkter Geist

    “Starte KNK-Befragung Nummer 1. Wir haben den 12. Juli 2043. Es ist 13:46 Uhr. Fangen wir an. Wie heißen Sie?” “Karl …” Der weiße Raum, in dem er saß, wirkte kalt und steril. Keine Bilder, keine Dekoration und keine Pflanzen. Es gab nur zwei Stühle und einen Tisch. Der Ausgang befand sich zu...
  8. Ameisen!

    Es klingelte an der Tür, und Habentus Tain brach der Schweiß aus. Dabei war es ein so schöner Tag gewesen. Und jetzt? Was sollte er tun? Abwarten, jawohl. Das war ohnehin in den allermeisten Lebenslagen ratsam. Sich bloß nicht zu irgendwelchen überstürzten Kopflosigkeiten hinreißen lassen...
  9. Drei Jahre

    Ich schlage einmal hart mit der Faust gegen die Wand des düsteren Flures, öffne langsam, fast wie in Trance, die Wohnungstür und gehe hinunter, um Marc an der Ecke zu treffen. Ich werde nie wieder in diese Wohnung zurückkehren und lasse Sina bewusstlos zurück. Bei meinem letzten Blick schien sie...
  10. Hinterm Fenster

    Ich schaue aus dem Fenster und sehe Dunkelheit. Es ist Nacht, der Mond verweigert der Welt sein kaltes, beruhigendes Antlitz, und ohne ihn sind die Sterne äußerst scheu vor fremden Blicken, lassen sich nicht sehen. Die armen, denke ich, sie werden ja doch nur belächelt. „Wer auch nicht?“...
  11. Das -Ich-

    Dieser eine Moment der Stille. Alles fühlt sich an, als bleibt die Zeit kurz stehen. Der Fernseher läuft, aber ist auf lautlos geschaltet. Ich habe Kopfhörer auf und dröhne mich mit Linkin Park zu. Ich sitze am Schreibtisch und spiele nervös mit meinem Kugelschreiber in meiner rechten Hand...
  12. Timo Tusker ist nicht mehr.

    Mir ist, als ob es gestern wär - Timo Tusker ist nicht mehr. Am Morgen öffnete sich die schwere Eichentür der Kapelle von St. Johannis. Der dezent geschmückte, aber nicht sonderlich große Bauch des Kirchenschiffes lag vor den eintretenden Menschen. Auf dem Weg in den Raum stellte man fest...
  13. Es wird passieren

    Das Kind zog am Ärmel der Mutter und zeigte zum Himmel. „Was ist?“, fragte sie und blickte nach oben. Etwas breitete sich aus, wie eine schwarze Wolke, nur schien sie aus unzähligen Fäden zu bestehen. *** Die Lichter in der Eisdiele und der Umgebung gingen aus, Ampeln erloschen. Die Menschen...
  14. Serie Havanna-Blues

    Das mächtige Schiff schaukelt ein wenig, drängt sich an die Mauer, stößt sich rhythmisch ab, als könne es sich nicht entscheiden, ob es bleiben oder aufs Meer treiben soll. Stahlseile halten es fest. Signallichter blinken auf. Auf den Decks sehe ich die Schatten der Wachleute. Sonst ist keiner...
  15. Mehr Schein als Sein

    Sie brauchte einen Moment, um zu erkennen, aus welcher Richtung der matte Schein des Mondes auf sie fiel. Die Welt wirkte blass und fern, obwohl erkennbar war, wie sich draußen der Tag verabschiedete und seine betriebsamen Einwohner wechselten. Die Nachtgestalten kamen aus ihren Verstecken und...
  16. Gustaf

    I Gustaf trat aus dem Wald. Kurz war er geblendet. Von dem sonnengebleichten Weizen, der sich vor ihm erstreckte, und mit seiner vom Gestrüpp zerkratzten Hand beschattete er die Augen, seine müden Augen. Weiter, querfeldein, unter den Füßen knirscht das Stroh und am Himmel zerfasern die...
  17. Die Illusion, der Traum und die Wirklichkeit

    Ich öffne die Augen und sehe: nichts. Die Schwärze der Nacht hüllt sich um meinen Blick wie dunkler Samt, weich und warm. Ein behagliches Gefühl breitet sich in mir aus, obwohl ich heute alleine bin, meine Liebste weit entfernt von mir. Mein Herz gibt mir Kraft und ich sehne das Wiedersehen...
  18. Zwei Welten

    Sie schwebte durch die Finsternis, nur ein schwacher Lichtpunkt war zu sehen. Immer wieder gingen ihr die gleichen Bilder durch den Kopf: Der Freizeitpark. Die Achterbahn, der Looping. Lachende und schreiende Menschen. Alles stürzte zur Seite. Der Lichtpunkt wurde größer, schien näher zu kommen...
  19. Das Seil

    Er hatte den gebückten Gang jener Menschen, die innerlich gebrochen sind. Die Arme vor der Brust verschränkt, die Schultern nach vorne gezogen, die Schritte schwer, als schleppte er die Last der ganzen Welt auf seinen Schultern. Der Mund bewegte sich unentwegt, eine Litanei, klagend und seufzend...
  20. Fließende Schatten

    Eine Stadt, die auf keiner Karte einen Namen hatte. Tim erwachte schwerfällig, sein Geist folgte träge. Seine Augenlider klebten aneinander, der Blick trüb und grau. Die Welt war zur Seite gekippt. Er leckte zögerlich über seine rissigen Lippen und schmeckte etwas Metallisches. Er roch alte...
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