Was ist neu

satire

  1. Skandal!

    Die Kanzlerin tritt aus dem Fahrstuhl, umgeben von den üblichen Anzugträgern. Alle schwitzen, es ist ein heißer Tag. Selbst der so unkörperlichen, politischen Erscheinung rinnt das Wasser die Nasenspitze hinab. Doch ist es nur die Hitze, die für solche Anspannung sorgt? Nein, natürlich nicht...
  2. Wo lebt der Süßifant?

    Zugegebenermaßen keine besonders tiefgründige und weltverbessernde Frage und die nahe liegende und wahrscheinlich ehrlichste Antwort darauf lautet: "Keine Ahnung." Zulässig sind jedoch Alternativantworten wie "in Takatukaland", "in einem Geheimlabor von Haribo" oder "Stille". Stille als...
  3. Wie Michelangelo die Medien erfand

    Gutenberg war gar nicht schuld. Michelangelo gehörte angeklagt. Denn das war nicht nur der Himmel, den er da auf dem Rücken liegend an die Decke der Sixtinischen Kapelle malte. Er pries auch nicht die Kirche, wie’s eigentlich sein Auftrag war. Er mahnte die Frommen und die Gleichgültigen, den...
  4. Einzug der Haare in die Provinz

    Samstags. … Samstags war immer Badetag. Meine Mutti ging in den Keller, holte ein paar Briketts und zündete mit ein paar Streichhölzern und dem Papier der Tageszeitung Holzscheite an und heizte den Kessel für das Badewasser ein. Nach zwei Stunden hatten die Briketts genug Hitze für ein Vollbad...
  5. Schwarzweiße Kunst

    Fetzige Musik dröhnte durch die großen Lautsprecher. Tiefe Bässe wummerten wie Dampfhämmer. Junge Männer und Frauen zuckten rhythmisch zu den wilden Klängen. Auf der Tanzfläche drängelten sich die schwitzenden Leiber. Kein Wunder, das war der angesagteste Nachtklub der Stadt. Martin hatte...
  6. Die Brache am Bach

    „Szía, Tamás bácsi“, ruft die Postbotin. Sie ist etwas jünger als ich, steht also kurz vor der Rente. „Ah, Marikka néni!“, freue ich mich. Sie ist wirklich eine gute Seele. „Wieder mehr Werbung als was G’scheits?“ „Sieht ganz so aus – leider“, bedauert sie. Sie winkt noch mal, als sie über die...
  7. Ich packe meinen Koffer und nehme mit

    Erschöpft sitze ich auf meinem Koffer und starre die Wand an. Aufstehen möchte ich nicht. Zu schön ist das Gefühl, endlich alles verstaut zu haben. Ich habe meine Reisegarderobe von der Siebenachtelhose für abends bis zum farblich perfekt abgestimmten Strandoutfit für tagsüber von der Pike auf...
  8. Tücken der Technik

    „Schau mal Schatz, wir haben jetzt auch so einen Thermomix!“ Meine Mutter fängt mich direkt an der Haustür ab und schleift mich eilig an den Ort des Geschehens. Der gelangweilte Gesichtsausdruck meines Vaters lässt vermuten, dass weniger wir, sondern vielmehr meine Mutter jetzt auch so einen...
  9. Der Highway des Lebens

    Der Highway des Lebens Ich war schon immer der Träumer und Denker. Ich habe mich Zeit meines Lebens vermutlich mehr in der fiktiven, als in der realen Welt befunden. Habe mich dort wesentlich wohler gefühlt. Unsere Gesellschaft und die Welt in der wir leben wirkt voller Möglichkeiten sich...
  10. Ein Fall für 2

    Es war eine knifflige Lebenssituation in die Sven da gestolpert war. Er, der bisher undenkbar oft und aus Sicht Anderer, scheinbar ohne große Bemühungen, vergangene Spielsituationen immer souverän meisterte, hatte sich nun in eine vertrickste Zwickmühle manövriert. Während er wieder dem...
  11. Heimwerken für Frauen

    Konzentriert richtete sie den Stryroporschutz der Einbauwanne im Eck unter dem Dachflächenfenster aus. Als sie damit fertig war, maß sie die Grenzen für den Bereich aus, in dem sie die Badewannenummantlung aufmauern wollte, aber bevor sie damit beginnen konnte, musste sie den Boden des...
  12. Krank

    Ich saß auf dem Stuhl, streckte ihr meine Brust entgegen und atmete auf Kommando mehrere Male ein und aus. Das Stethoskop, mithilfe dessen sie mir die Brust abhorchte, lag direkt neben ihr auf dem Tisch, als ich mich anziehen durfte. „IhIch saß auf dem Stuhl, streckte ihr meine Brust entgegen...
  13. Ich bin Zyna

    Nach acht Wochen, also in der Mitte meines Lebens, wird mir klar, dass ich keine normal-sterbliche Pute bin. Das hat nichts mit dem Gerede von der Wiedergeburt zu tun, nur bin ich weniger siech als die meisten hier. Kommt vielleicht daher, dass ich stets die roten Kügelchen aus dem Futter picke...
  14. Mein Freund, der Controller oder: wo Douglas Adams sich irrte

    Ich nenne ihn nur 1-0-1, denn diese Sprache versteht er am besten. Er beherrscht die Computersprachen Xaver, Jeahh, Hatschi+- und Peanux oder wie die Dinger heißen und sitzt den ganzen Tag vor drei Bildschirmen, um Quellcodes zu verbessern. Zur Entspannung spielt er Schach gegen ein Programm...
  15. Sternennebel

    Mark-Viktor Büssing, 30, ein hübscher Kerl, belockt und üppig tätowiert, ist eigentlich kein gelernter Koch, denn sein Lebensentwurf sah anderes vor. Doch unglückliche und verunglückte Liebschaften, eine gescheiterte Ehe, abgebrochenes Studium und ein Totalschaden auf der Stadtautobahn bohrten...
  16. Auf dem Schützenfest

    Ein Mann stand mit einem Luftgewehr in der Hand, einer mit Orden überhangenen Uniform am Leib und einem Hut mit einer Feder dran schwankend im Gras und versuchte auf eine Tontaube zu schießen. Ein Schuß erklang. Eine Kugel flog auf die Tontaube zu, und diese zerbrach in der Mitte. So ging das...
  17. Tag des Herrn

    Prolog: Als der Pfarrer eines ruhigen, beschaulichen Stadtstaats unlängst mit den Vorbereitungen für die diesjährigen Osterfeierlichkeiten beschäftigt war, läutete das Telefon. Am anderen Ende der Leitung meldete sich der Präsident der städtischen Faschingsgilde. „Guten Morgen, Hochwürden...
  18. Off-Kasperle

    Prolog Das letzte „Auf Wiedersehen, Kinder“ ging im ohrenbetäubenden Applaus und Fußgetrampel des Publikums unter. Kasperle und sein Kompagnon – ein niedlicher Teddy namens Petz (er bevorzugte allerdings die Koseform Pezi) – standen auf der Bühne und blickten in die tobende Menge. Der kleine...
  19. Die Subkultur

    Ich hatte mal ein Tütchen mit Urzeitkrebsen aus einem Comicheft für Kinder. Die Eier habe ich in ein kleines Aquarium geschüttet und gut umgerührt. Wenige Tage später waren vier kleine Krabbelwesen geschlüpft, die ich alsdann mit einiger Neugier über den Beckenrand hinweg beobachtete. Schon...
  20. Hallo, du Schwein da

    „Hallo du Schwein da“ waren tatsächlich die ersten Worte die ich an das riesige Schwein richtete ohne dass ich mir dabei lächerlich vorkam. Warum auch, schließlich ging es darum einen Dialog zu beginnen. „Rüfff“ kam zurück. Der Typ mit dem Oberlippenbärtchen, sein Gesichtsschnitt ließ einen...
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